Klimakrise

AOK warnt vor Verdreifachung der Hitze-Notfälle auch in Dortmund

Besonders für Senioren können Hitzetage gefährlich werden. In Dortmund liegen die hitzebedingten Klinik-Einweisungen unter dem Durchschnitt. Doch das könnte sich ändern - und zwar drastisch.
Aufgrund des Klimawandels könnten zukünftig mehr ältere Menschen in Dortmund hitzebedingt ins Krankenhaus müssen. (Symbolbild)
Aufgrund des Klimawandels könnten zukünftig mehr ältere Menschen in Dortmund hitzebedingt ins Krankenhaus müssen. Regelmäßig Wasser zu trinken ist bei hohen Temperaturen besonders wichtig. (Symbolbild) © picture alliance / dpa

Durch den Klimawandel kommt es auch in Dortmund immer häufiger zu Hitzetagen. Das kann vor allem für ältere Menschen gefährlich werden. Die AOK hat einen Versorgungs-Report zum Thema „Klima und Gesundheit“ veröffentlicht, in dem auch Zukunftsszenarien vorgestellt werden.

Dortmund liegt unter dem Durchschnitt für Westfalen-Lippe

Laut des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) sei jeder vierte AOK-Versicherte über 65 Jahre überdurchschnittlich gefährdet, aufgrund von gesundheitlichen Problemen an heißen Tagen ins Krankenhaus eingeliefert zu werden.

Im Jahr 2018 habe es insgesamt 417 hitzebedingte Klinikeinweisungen je Million AOK-Versicherter ab 65 Jahren gegeben. In Dortmund sieht die Situation besser aus: Der Wert lag mit knapp 300 Hitze-Einweisungen um 29,4 Prozent unter dem Durchschnitt für Westfalen-Lippe.

Angesichts des Klimawandels könnten ältere Menschen auch in Dortmund bald häufiger ins Krankenhaus kommen. Das Wido hat im Rahmen des Reports das Klimaforschungsinstitut MCC beauftragt, zwei Szenarien des Weltklimarats für Westfalen-Lippe zugrunde zu legen und damit Prognosen zu erstellen.

So sehen die Zukunftsprognosen aus

Das Ergebnis: Verglichen mit den durchschnittlichen Zahlen der Jahre 2009 bis 2018 werde sich die Zahl der hitzebedingten Klinikeinweisungen in Westfalen-Lippe bis 2050 fast verdreifachen. Bis 2100 könnten sich die Einweisungen sogar um das 13-Fache erhöhen.

„Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, um eine Belastung des Gesundheits- und Pflegesystems zu vermeiden. Darüber hinaus muss die Bevölkerung stärker über Risiken des Klimawandels informiert werden, um sich besser schützen zu können“, sagt Jörg Kock, AOK-Serviceregionsleiter.

Besonders gefährdet seien ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Darunter fallen beispielsweise Demenz, Alzheimer, Niereninsuffizienz, Depressionen, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen.

„Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels erfordern künftig verstärkt Maßnahmen im Bereich Gesundheitsschutz und Prävention“, sagt Kock. Klimaschutzmaßnahmen hätten positive Auswirkungen auf die Gesundheit. So würde sich beispielsweise die Reduktion von Schadstoffen auf die Häufigkeit von chronischen Erkrankungen auswirken.

Die AOK versuche mit Präventionsmaßnahmen und verschiedenen Maßnahmen für mehr Klimafreundlichkeit im Unternehmen entgegenzuwirken.

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