Ältere und vorerkrankte Menschen können demnächst kostenlose FFP2-Masken in den Dortmunder Apotheken bekommen. © picture alliance/dpa
Risikogruppen

Apotheker warnt vor Ansturm auf kostenlose FFP2-Masken

Entgegen der Vermutung vieler Kunden gibt es momentan noch keine kostenlosen FFP2-Masken für Risikogruppen. Trotzdem ist der Ansturm auf die Apotheken schon groß - ein Problem.

„Schon jetzt gehen bei uns die Anrufe ein: ‚Legen Sie mir bitte drei Masken zurück‘“, schildert Michael Mantell. Der Vorsitzende des Dortmunder Apothekervereins sieht sich und seine Kollegen schon jetzt einem größeren Kundenansturm ausgesetzt als an anderen Tagen.

Apotheken steht eine „logistische Mammutaufgabe“ bevor

Grund dafür sei das Missverständnis, dass schon jetzt kostenlose FFP2-Masken für Risikopersonen zu bekommen seien. Dabei hat die Bundesregierung zunächst nur den Beschluss dazu gefasst. Inkrafttreten wird die Verordnung allerdings erst am 15. Dezember. Frühestens am Folgetag, am 16. Dezember, werden die Apotheken in Dortmund auch tatsächlich zur Ausgabe der Masken bereit sein, kündigt Mantell an. Denn dahinter stecke bis dahin noch eine „logistische Mammutaufgabe“.

Im Kern geht es bei dem Beschluss darum, dass Personen im Alter von über 60 Jahren sowie vorerkrankte Menschen noch im Dezember ein Anrecht auf drei kostenlose FFP2-Masken haben. Außerdem können sie zwölf weitere Masken für eine kleine finanzielle Eigenleistung im Januar bekommen. Insgesamt finanziert der Staat diese Maßnahme mit 2,5 Milliarden Euro.

FFP2-Masken effektiver als Stoffmasken

Nun ist es an den Apotheken, die Masken anzuschaffen und schließlich an die Zielgruppe zu verteilen. „Die größte Problematik besteht darin, dass viele Einzelheiten noch nicht endgültig feststehen“, so Mantell. „Aber wir bereiten uns vor, wir bemühen uns alle – und da spreche ich für alle Kollegen hier aus Dortmund – so viele Masken zu bekommen wie möglich.“

Denn den Beschluss begrüßt der Dortmunder Apotheker. Schließlich seien die FFP2-Masken deutlich sicherer als Stoffmasken. Das wissen auch die Kunden, von denen schon heute, laut Mantell, mindestens 20 Personen allein in seiner Apotheke nach den kostenlosen Masken gefragt haben. Dabei startet die offizielle Ausgabe der Masken erst in naher Zukunft. „Die Nachfrage wird dann unglaublich sein“, befürchtet er.

„Es wird Disziplin erfordern“

Trotzdem zeigt sich der Apotheker optimistisch, dass ab nächster Woche schließlich genügend Masken verteilt werden können. „Es sind sehr, sehr große Mengen unterwegs“, sagt er stellvertretend für die anderen Dortmunder Apotheken. „Wir alle bemühen uns mit größten Kräften, die Situation zu regeln.“

Doch warnt er auch schon vor möglichen Wartezeiten vor den Apotheken: „Es wird Disziplin erfordern“, sagt Mantell. „Denn neben der Maskenausgabe müssen wir ja auch die normalen weiteren Aufgaben bewältigen.“

Apothekerverband appelliert an die Kunden

„Wir bitten die Patienten, auch nach Inkrafttreten nicht sofort und alle zugleich in die Apotheken zu eilen“, sagt auch Michael Beckmann, Vorsitzender der Bezirksgruppe Dortmund im Apothekerverband Westfalen-Lippe. Denn einerseits benötige es Zeit, allen Anfragen gerecht zu werden, und andererseits gelte aufgrund der Ansteckungsgefahr natürlich, dass hohe Menschenaufkommen vermieden werden sollten.

„Am besten wäre es, wenn sich der Ansturm auf die gesamte Zeit bis zum 31. Dezember verteilt“, sagt Mantell. Denn so lange gilt die Maßnahme der kostenlosen Masken.

Panik vermeiden steht außerdem im Vordergrund

Außerdem spricht er den Appell aus, möglichst zur Stammapotheke zu gehen. Denn dort kenne man den Kunden gegebenenfalls persönlich und dies erleichtere zum Beispiel die Bedarfsüberprüfung.

Die Apotheken selbst bereiten sich vor, indem sie zum Beispiel das Personal aufstocken. „Wir kämpfen und ich verspreche, dass wir alles uns Mögliche tun“, so Mantell. „Vor allem wollen wir auch keine Panik – das bringt ja auch nichts.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte

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