Arbeitgeber bei Facebook genannt - Knapp an der Kündigung vorbei

Soziale Netzwerke

„Verpetz‘ deine Kollegen!“ Dazu rief der Sender 1Live in der ersten Oktoberwoche seine Hörer auf. Prompt verpetzte Sebastian Meier (25) seine Kollegin Corinna Jozwiak (22). Die würde ständig während der Arbeitszeit im Internet surfen. Das sendete 1Live. In Facebook zog die Sache weitere Kreise. Das fanden die Chefs der beiden von der Firma Goeke nicht witzig.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 17.10.2011, 08:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Puh, nochmal gut gegangen: Sebastian Meier (l.) entschuldigte sich bei Corinna Jozwiak fürs Verpetzen. Für Goeke-Geschäftsführer Andreas Heiermann ist die Sache abgehakt - wenn künftig die Regeln bei der Nutzung der sozialen Netzwerke eingehalten werden.

Puh, nochmal gut gegangen: Sebastian Meier (l.) entschuldigte sich bei Corinna Jozwiak fürs Verpetzen. Für Goeke-Geschäftsführer Andreas Heiermann ist die Sache abgehakt - wenn künftig die Regeln bei der Nutzung der sozialen Netzwerke eingehalten werden.

Zum Ablauf der Geschichte, die eine unerwartete Eigendynamik entwickelte: Sebastian Meier folgte dem Aufruf von 1Live und schrieb eine Mail ins Studio: „Ich möchte gerne meine Arbeitskollegin Corinna verpetzen, da sie die meiste Zeit damit verbringt, den Ball für unseren Büro-Basketballkorb zu suchen. Außerdem besteht sie darauf, dass die Bürotür geschlossen bleibt, damit sie in Ruhe bei Facebook surfen kann. Viele Grüße Sebastian.“ Das wurde bei 1Live verlesen.Da die Mitarbeiter bei Goeke Radio hören dürfen, war allen klar, wer gemeint war. Die ersten Anrufe kamen bei Corinna an, aus dem Goeke-Lager. „Wenn ich nichts zu tun hätte, hätten sie noch was für mich zu tun“, gibt Corinna das Gespräch wieder. Zunächst hatte sie die Sache noch „witzig“ gefunden, aber dann dämmerte ihr, dass das Ganze ein Nachspiel haben könnte.

Kollege Sebastian, nach der Ausbildung frisch in der Probezeit, hatte sich bei der Mail, die er in einer Zigarettenpause über sein Handy versendet hatte, „in dem Moment wahrscheinlich gar nichts gedacht“, wie er einräumt. Denn er postete sogar noch seinen 1Live-Beitrag bei Facebook.: „Gerade jemand zufällig 1Live gehört? Corinna? Lustig, dass die das vorlesen!“ Das fand die Goeke-Chefetage nicht, denn auf Sebastians Facebook-Seite nennt er als Arbeitgeber Goeke. Andreas Heiermann haderte nicht nur mit dem Verhalten seines Mitarbeiters, sondern auch mit der 1Live-Aktion.

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