Arbeitsagenturen betrogen: Zwei Frauen im Fokus

Viele Fälle in der Region

Sie sollen Arbeitsagenturen in zahlreichen Städten - darunter Dortmund, Lünen und Selm - betrogen und dabei einen Schaden von mehr als 450.000 Euro angerichtet haben: Vor dem Dortmunder Landgericht geht es aktuell um jahrelangen systematischen Betrug mit fingierten Arbeitsbescheinigungen.

DORTMUND/ASCHEBERG

23.02.2016, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Da waren es nur noch zwei: Im Prozess um jahrelangen systematischen Betrug mit fingierten Arbeitsbescheinigungen haben sich die Reihen auf der Anklagebank im Dortmunder Landgericht merklich gelichtet. Nur noch eine Frau aus Ascheberg und eine mutmaßliche Komplizin sind übrig geblieben.

Scheinfirmen gegründet und Förderung kassiert

Die Staatsanwaltschaft wirft den ehemals fünf Angeklagten vor, zwischen 2005 und 2010 insgesamt mehr als 450.000 Euro ergaunert zu haben. Damals sollen die Männer und Frauen jede Menge Unternehmen gegründet haben. Allerdings nicht, um damit auch nur einen echten Cent Umsatz zu generieren. Vielmehr sollen die Firmen nur dazu gedient haben, auf dem Papier reihenweise Angestellte zu beschäftigen.

Und für diese – so die Staatsanwaltschaft – wurden in der Folgezeit bei den Arbeitsagenturen alle möglichen Zuschussleistungen beantragt. Gründungszuschüsse, Eingliederungsbeihilfe, Vermittlungsgutscheine und so weiter.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Vielzahl von Fällen zusammen getragen. Die Tatorte lagen danach in Unna genauso wie in Lünen, in Selm, in Dortmund, Rheine, Lüdinghausen, Coesfeld, Dresden, Osnabrück und Warendorf.

Prozess wird sich hinziehen - "Eine Menge aufzuklären"

Da sich der Sachverhalt als äußerst kompliziert entpuppt, werden die beiden verbliebenen Angeklagten nach derzeitigem Stand der Dinge noch eine lange Zeit regelmäßig im Dortmunder Gericht erscheinen müssen. „Es gibt noch eine Menge aufzuklären“, sagten am Dienstag die beiden Verteidiger Marco Ostmeyer und Christoph Krekeler aus Dortmund.

Bislang haben die Richter noch mehr als zwei Dutzend Verhandlungstage terminiert. Nicht ausgeschlossen, dass sie nicht einmal damit auskommen werden.

Mutmaßlicher Kopf der Gruppe erkrankt

Für drei andere Angeklagte ist der Prozess dagegen bereits beendet – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der mutmaßliche Kopf der Gruppe ist so schwer erkrankt, dass gegen ihn in absehbarer Zeit nicht verhandelt werden kann. Ihn erwartet nach seiner Genesung ein eigenes Verfahren. Die Verfahren gegen die beiden anderen Angeklagten sind dagegen gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt worden.

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