In zahlreichen Berufen sind noch Ausbildungsplätze frei. © dpa
Dortmunder Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote tritt auf der Stelle – jetzt baut sich ein neues Problem auf

Gastronomie, Handel und der Dienstleistungssektor melden wieder offene Jobs. Auf die Arbeitslosenquote aber wirkt sich das bislang kaum aus. Sorgen bereitet vor allem eine bestimmte Personengruppe.

Aktuell sind in Dortmund insgesamt 37.040 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 44 Arbeitslose (0,1 Prozent) weniger als im Vormonat Juni. Die Arbeitslosenquote liegt nahezu unverändert bei 11,6 Prozent. Im Juli 2020 waren es noch 12,0 Prozent – und damit 1250 Arbeitslose mehr.

Dabei ist die Zahl der Jobangebote weiter nach oben gegangen, wie die aktuelle Statistik der Dortmunder Arbeitsagentur zeigt. 1175 offene Stellen haben die Unternehmen neu gemeldet – rund ein Viertel (233) mehr als im Vormonat.

Damit habe sich die Gesamtzahl aller verfügbaren Stellen im Jahresvergleich zwar auf 4050 erhöht, so die Arbeitsagentur. Das seien aber immer noch deutlich weniger als im Coronajahr 2020 mit 4606 unbesetzten Stellen. Und erst recht weniger als im Vor-Coronajahr 2019. Damals gab es 6407 unbesetzte Stellen.

Mehr arbeitslose Jugendliche

Nach den jüngsten Lockerungen sei die Nachfrage in bestimmten Branchen wie der Gastronomie, dem Handel und im Dienstleistungsbereich wieder gestiegen, meldet das Jobcenter. „Ganz deutlich erkennbar ist, dass unsere Kundinnen und Kunden davon profitieren“, lässt sich Geschäftsführerin Dr. Regine Schmalhorst zitieren. Die Zahl der im Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sei im Vergleich zum Vormonat um 189 von 8,9 auf 8,8 Prozent gesunken.

Dafür gibt es eine andere Entwicklung, die Sorge bereitet und die Gesamtstatistik wieder ein Stückchen nach unten drückt: Die Jugendarbeitslosigkeit ist größer geworden. 3217 Menschen unter 25 Jahren standen im Juli ohne Job da. Das sind 128 (bzw. 4,1 Prozent) mehr als im Vormonat.

“Betriebe wollen wieder einstellen”

Dabei handelt es sich um junge Menschen, die entweder noch eine Ausbildungsstelle suchen oder die nach ihrer Ausbildung arbeitslos geworden sind. In der Vor-Corona-Zeit waren die Zahlen erheblich niedriger: Im Juli 2019 etwa waren 2881 Jugendliche bei der Arbeitsagentur gemeldet – rund zehn Prozent weniger als aktuell.

Heike Bettermann, Chefin der Arbeitsagentur, macht den Betroffenen Mut. Sie spricht von einer „Übergangs- und Sucharbeitslosigkeit, die in jedem Sommer feststellbar ist.“ Sie sei aber zuversichtlich. Die Chancen für eine Beschäftigung stünden gut. „Die Betriebe haben grundsätzlich Personalbedarf und wollen nach den Betriebs- und Sommerferien wieder einstellen“, sagt Heike Bettermann.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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