Architekt des Dortmunder Westfalenparks ist gestorben

mlzVater des Rosariums

Der Name Günter Herter sagt nicht vielen etwas, sein Vermächtnis aber kennen alle Dortmunder. Er hat den Westfalenpark und das Stadtbild entscheidend geprägt. Am 15. August starb er.

Dortmund

, 05.09.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Werk Günter Herters ist in Dortmund überall präsent, meist verbunden mit viel Grün. Der Dortmunder Landschaftsarchitekt gestaltete Parks, Plätze und Anlagen der Stadt mit viel Geschick und Sinn für Lösungen, die Jahrzehnte überdauern. Jetzt ist er gestorben.

Architekt des Dortmunder Westfalenparks ist gestorben

Günter Herter im Jahr 2017. © Herter

Zur Bundesgartenschau (BUGA) 1959 gab Günter Herter als Planer und Bauleiter dem Westfalenpark seine Gestalt, die in ganz Deutschland Anerkennung fand und bis heute bei den Dortmundern beliebt ist. Der einzigartige Japangarten und von Generationen geliebte Robinsonspielplatz, der Rosengarten und Flamingoteich stammen aus seiner Hand, ebenso die Sitzterrasse am Buschmühlenteich, wo heute Tausende im Sommer „Kino im Park“ erleben.

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Bei vielen dieser Projekte hat er auch die Bauleitung übernommen und als gelernter Gärtner selbst mit angepackt. „Wir haben die Gartenschau nicht nur wachsen sehen, wir haben sie auch durch unserer Hände Arbeit gestaltet. Was haben wir geschwitzt, bis sämtliche Trittsteine im Teich des Japangartens ausgerichtet und verlegt waren“, sagte Günter Herter in einem Interview 2008.

Mit Talent und Herzblut hat er als langjähriger Leiter der Planungsabteilung beim Grünflächenamt viele weitere Parks und Bereiche der Stadt geprägt. Der Stadtgarten mit Brunnen, Treppen und Skaterrampe ist sein Werk, ebenso das Hochmoor mit Heidelandschaft im Rombergpark sowie die Außenbereiche von Naturkundemuseum, TU und Technologiepark.

Auch für Rasen und Außenanlagen des Westfalenstadions war der Landschaftsarchitekt verantwortlich, für das Stadion Rote Erde und zahlreiche Friedhöfe. In den 60er-Jahren plante er die große Erweiterung des Dortmunder Zoos. „Er wusste bei der Planung schon, wie ein Garten 20 Jahre später aussehen würde“, sagt sein Sohn Peter Herter.

Architekt des Dortmunder Westfalenparks ist gestorben

1957 wurde auch der von ihm entworfene Robinsonspielplatz im Park angelegt. © Herter

Der Westfalenpark blieb sein „Lieblingskind“ – dort hinterließ Günter Herter auch nach der ersten BUGA noch viele Spuren. Der Rosengarten im mehr als 120 Jahr alten Kaiserhain erhielt ein neues Gesicht und wurde zur Bundesgartenschau 1991 zum Deutschen Rosarium, einer der weltweit größten Rosensammlungen.

Der Romantische Garten mit dem markanten Eingangstor, der Jugendstilgarten und der Bürgergarten sind sein Werk. 1994 ging der Städtische Obergartenbaurat Herter in den Ruhestand. Im privaten Bereich entwarf er weiterhin faszinierende und auch moderne Gärten mit Lichtbändern und Wasserläufen.

Lob für den Gründungsvater des Westfalenparks

Thomas Lolling, gärtnerischer Leiter des Westfalenparks, würdigt Günter Herter als einen der Gründungsväter. „Ein Großteil seiner Arbeiten prägt den Westfalenpark nach immerhin 60 Jahren und zwei weiteren Bundesgartenschauen auch heute noch in beeindruckender Weise“, so Lolling.

„Als herausragendes Werk seines gartenkünstlerischen Schaffens und Musterbeispiel für eine vorbildliche Präsentation von Rosen und Begleitpflanzen gilt weit über die Grenzen Dortmunds hinaus die Gestaltung des Rosengartens im Kaiserhain. Es gibt nicht wenige, die den Rosengarten – in meinen Augen zurecht – als das Herzstück des Westfalenparks betrachten“, schreibt Lolling in seiner Würdigung. „Der Westfalenpark hat ihm viel zu verdanken!“

Werk fand überregional Beachtung

Die FAZ würdigte Herter und seinen Rosengarten in einem Artikel zur Bundesgartenschau 1991: „Wenn man wie verzaubert durch die Gärten geht, kommt unwillkürlich die Frage: wo gab es zuvor eine solch meisterhafte gartenkünstlerische Leistung zu sehen?“

In seiner Freizeit widmete sich der Dortmunder seinem Schrebergarten. Der war ein wildromantischer und etwas chaotischer Rückzugsort, in dem er seine Leidenschaft für Pflanzen und die Gartenarbeit auslebte.

Günter Herter ist im Alter von 86 Jahren in Dortmund gestorben.

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