Im Dortmunder Imfpzentrum wurden mit den zusätzlichen Terminen am Donnerstag (6. Mai) alle Impfdosen von Astrazeneca verimpft. © dpa
Corona-Pandemie

Astrazeneca für alle: Das sagt die Stadt Dortmund zur Freigabe

Hausärzte haben ihre liebe Müh‘, Patienten zu überzeugen, sich mit Astrazenca impfen zu lassen. Jetzt ist die Priorisierung für diesen Impfstoff aufgehoben. Was sagt die Stadt dazu?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Donnerstag (6.5.) nach Beratung mit seinen Ressort-Kollegen aus den Ländern, den Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca bundesweit für alle Impfwilligen freigegeben. Die Freigabe gilt für die Impfung in einer Arztpraxis. Außerdem soll der Abstand zwischen erster und zweiter Impfung flexibler gestalten werden.

Doch hat das auch Auswirkungen auf die Arbeit und das Impftempo des Dortmunder Impfzentrums? „Selbstverständlich haben wir die öffentliche Ankündigung wahrgenommen“, sagt Dortmunds Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner auf Nachfrage dieser Redaktion. Doch zu möglichen Auswirkungen auch für das Impfzentrum lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

Nur so viel: „Das Impfzentrum hat mit den zusätzlichen Astrazeneca-Terminen des heutigen Tages alle Impfdosen dieses Impfstoffes verimpft“, berichtet die Dezernentin am Donnerstag.

Unterstützung von der Kassenärztlichen Vereinigung

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) unterstützt ausdrücklich die Entscheidung, Astrazeneca für alle impfwilligen Bürger freizugeben.

„Der Impfstoff von Astrazeneca ist sicher, genauso wie alle anderen eingesetzten Präparate. Mit der Aufhebung der Alterspriorisierung könnten wir die vorhandenen Impfstoffdosen einer viel größeren Bevölkerungsgruppe zur Verfügung stellen und damit das Impftempo weiter erhöhen“, erklären der KVWL-Vorstand Dr. Dirk Spelmeyer, Dr. Volker Schrage und Thomas Müller.

Auch die Reduzierung des Intervalls zwischen Erst- und Zweitimpfung begrüßt der KVWL-Vorstand: „Die Patienten hätten frühzeitig einen vollständigen Impfschutz – und die Arztpraxen und Impfzentren könnten flexibler arbeiten. Ein Gewinn für alle Beteiligten also.“

Impfpriorisierung möglichst bald aufheben

Gleichzeitig fordert die KVWL-Spitze, die allgemeine Impfpriorisierung so bald wie möglich aufzuheben. „Zum einen herrscht unter den Bürgern zunehmend Verwirrung darüber, wer wann dran ist. Zum anderen wachsen Unverständnis und Ungeduld, und in den Praxen hemmt die Suche nach priorisierten Patienten den Impffortschritt“, so Vize-Vorstandschef Schrage.

Der Allgemeinmediziner betont, dass jeder Arzt aus ethischen Gesichtspunkten auch weiterhin vorrangig die älteren und vorerkrankten Patienten impfen werde, solange die Impfdosen begrenzt sind. Eine Aufhebung der Priorisierung ermögliche jedoch mehr Flexibilität und unterstütze einen schnellen Impffortschritt.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle
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