Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Dortmunder Ordnungsamtes werden bei Kontrollen der Maskenpflicht immer wieder beleidigt und bedroht. © Stephan Schütze
Mit Messer und Bierflasche

Auch Dortmunder Ordnungskräfte von Maskenverweigerern angegriffen

Der tödliche Schuss eines Maskenverweigerers auf einen 20-jährigen Tankstellen-Kassierer in Idar-Oberstein sorgt für Gesprächsstoff unter Dortmunds Ordnungskräften. Auch sie wurden schon bedroht.

Der kaltblütige Mord an einem 20-Jährigen in einer Tankstelle im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein durch einen Maskenverweigerer hat die Republik erschüttert. Besonders ist der Fall ein Thema unter denjenigen, die die Gefahr kennen und Konfrontationen mit Maskenverweigerern selbst erlebt haben. Dazu zählen auch Mitarbeiter des Dortmunder Ordnungsamtes.

Es gab schon mehrere gefährliche Zwischenfälle mit Maskenverweigerern in Dortmund. Zuletzt im November 2020 auf dem Westenhellweg, als es zu einer Messerattacke gegen einen Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes kam. Eine 19-jährige Frau verhielt sich äußerst uneinsichtig und aggressiv, als der Ordnungsamtsmitarbeiter sie auf die Maskenpflicht hinwies.

Unvermittelt zog sie ein Küchenmesser und versuchte den Mann damit zu verletzen. Der Ordnungsamtsmitarbeiter konnte den Angriff abwehren und die Frau entwaffnen. Er erlitt nur leichte Schürfwunden und konnte seinen Dienst fortsetzen.

Bierflasche auf dem Kopf

Bei einem weiteren Fall im September 2020 wurde ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes in der U-Bahn-Haltestelle Brunnenstraße körperlich angegriffen. Einer der Angreifer schlug ihm eine Bierflasche auf den Kopf, nachdem er die Gruppe zuvor auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte. Auch als der Mitarbeiter bereits am Boden lag, wurde weiter auf ihn eingeschlagen.

Er erlitt erhebliche Verletzungen und musste ins Krankenhaus. Die Täter flüchteten, konnten aber identifiziert und überführt werden; das Strafverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Bedrohungen und Beleidigungen der Einsatzkräfte gebe es immer wieder, nicht nur – aber auch – im Zusammenhang mit Kontrollen der Maskenpflicht, teilt Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage mit. Die Stadt Dortmund stelle bei solchen Delikten regelmäßig Strafanzeige gegen die jeweiligen Täter.

Vorfälle wie der Mord in Idar-Oberstein seien natürlich ein Thema in der Belegschaft des Ordnungsamtes, sagt Löchter. Doch die bei solchen Kontrollen eingesetzten Außendienstkräfte würden professionell aus- und fortgebildet. Dazu gehört auch Sicherheitstraining und Selbstverteidigung sowie Deeskalationstraining. Das helfe den Mitarbeitern in brenzligen Situationen ebenso wie die spätere Thematisierung des Erlebten.

Pfefferspray und Schlagstock zum Eigenschutz

Zum Eigenschutz tragen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) Pfefferspray bei sich und sind mit einem ausziehbaren „Einsatzmehrzweckstock“ ausgerüstet, der ausschließlich zur Selbstverteidigung bei Notwehr oder Notstand eingesetzt werden darf. „Der Fokus wird aber stets auf die Ansprache und eine Deeskalierung von Situationen gelegt“, erläutert Löchter.

Nachdem sich die Maskenpflicht in erster Linie auf den Einzelhandel und den öffentlichen Personennahverkehr konzentriert, gab es auch bei DSW21 anfangs eine leichte Sorge wegen möglicherweise schwierigen Kunden, die keine Maske tragen wollen.

Doch in Bussen und Bahnen gebe es „eine extrem hohe Disziplin bei den Fahrgästen, was das Tragen der Maske angeht“, sagt auf Anfrage DSW21-Kommunikationschef Frank Fligge: „Die meisten Menschen begrüßen die Maskenpflicht im ÖPNV.“

DSW21-Kontrolleure immer zu mehreren unterwegs

Kontrollen gebe es – zwar mit wechselnden Schwerpunkten – flächendeckend auf allen Linien, an verschiedenen Haltestellen und zu verschiedenen Zeiten, auch in den späten Abendstunden.

Der Fall in Idar-Oberstein habe nicht für Unruhe unter den Kontrolleuren geführt, so Fligge: „Wir sind da sehr entspannt. Außerdem sind unsere Fahrausweisprüfer immer mit mehreren Leuten unterwegs.“

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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