Auch einmal „Nein“ sagen

Ausstellung zur Sucht

DORTMUND Der Besucher stutzt: Hoppla, ein Eingang für alle, die keine Drogen nehmen, und gleich daneben eine Tür für alle, die Drogen nehmen. Schwarz neben weiß. „Na, dann nehme ich doch den weißen“, ist man spontan geneigt zu denken, hinterfragt sich aber zeitgleich: „Und was ist mir dem abendlichen Glas Wein?“

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 27.10.2009, 17:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Klassen 9 und 10 der Dellwig-Förderschule in Lütgendortmund probierten die beiden Eingänge aus: Für alle, die Drogen nehmen und für die, die es nicht tun.

Die Klassen 9 und 10 der Dellwig-Förderschule in Lütgendortmund probierten die beiden Eingänge aus: Für alle, die Drogen nehmen und für die, die es nicht tun.

der pädagogisch bestens aufgebauten Ausstellung lauten:

  • Nicht jeder Süchtige nimmt Drogen.
  • Nicht jeder, der Drogen nimmt, ist süchtig.
  • Nicht jede Droge ist illegal.

Arbeitssucht zum Beispiel – ganz legal kann sie zum Burn-out führen, wenn die Arbeits-Lebens-Balance ins Wanken gerät. Alkohol zum Beispiel – ganz legal lässt er sich an jeder Ecke erwerben, auch von Minderjährigen, wie Testkäufe immer wieder beweisen. Oder Medikamente gegen Kopfschmerz zum Beispiel, an die jeder jederzeit herankommt. Und so fragt eine interaktive Station der Ausstellung: Wieviel Prozent der Zwölfjährigen nehmen regelmäßig Medikamente gegen Kopfschmerz? 10%, 25%, 40%? Besucher der Ausstellung sind schlauer.

„Zur Suchtentstehung gehören Angebot und Nachfrage“, stieg Friedhelm Sohn in seiner Begrüßungsrede ins Thema ein. Der Vorsitzende des Kinder- und Jugendausschusses sieht Menschen besonders gefährdet mit mangelhafter Entwicklung von sozialen Kompetenzen, einem gering ausgeprägtem Selbstbewusstsein oder solche, die in instabilen Familienverhältnissen leben. Die subtil angelegte Ausstellung will Mut machen, will den Fokus auf die eigenen Fähigkeiten lenken, will lehren, auch einmal „Nein“ zu sagen.  

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