Auf dem Schulweg im Einsatz

BRÜNNINGHAUSEN Ein gutes halbes Jahr sind die Fahrzeugbegleiter im Amt und um viele Erfahrungen reicher - die erste Generation zieht Resümee und erwartet bereits "Nachwuchs".

05.09.2007, 12:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sonja Ehlert, Schülerin an der Robert-Koch-Realschule (RKR), hat nicht lange überlegt, als es darum ging, sich für die gute Sache stark zu machen. Ohne zu zögern hat sie sich für das Projekt "Fahrzeugbegleiter" gemeldet, um "auf dem Weg zur Schule und retour für gutes Klima in den Schulbussen zu sorgen".

Seit April sind sieben Schüler unterwegs. Feste Arbeitszeiten oder -routen gibt es nicht, wer möchte, kann auch auf Fahrten in der Freizeit für Ruhe und Ordnung sorgen. Wenn Kappen fliegen, Füße auf den Sitzen liegen oder Streit laut wird, sind sie zur Stelle.

Grenzen kennen

Mobile Streitschlichter, die aber ihre Grenzen kennen. "Wenn man merkt, dass Leute es auf Ärger angelegt haben, dann halten wir uns lieber zurück. Wer weiß, ob die dann nicht doch ein Messer dabei haben", so die 15-Jährige.

Eine der wichtigsten Regeln ist es, nur im Team aktiv zu werden, "so können die Begleiter einander Rückendeckung geben", erklärt Joachim Splittgerber (Foto) vom Kommissariat Vorbeugung der Polizei. Schließlich würden seine Kollegen im Streifendienst aus gutem Grund so auftreten. Brenzlige Situationen hätten die Fahrzeugbegleiter jedoch noch nie erlebt.

8. Klasse

Gerade hat die zweite Generation mit der Ausbildung zum Fahrzeugbegleiter begonnen. Wieder sind es Schüler der 8. Klasse. Eine bewusste, auf psychologischen Untersuchungen basierende Entscheidung: "Einerseits zieht in der 9. Klasse das Leistungspensum immens an und andererseits steht man in dem Alter noch vor der Pubertät und ist offen für solche Projekte, später wird das dann schon schwieriger", lacht Stefanie Strootmann (Foto), selbst Mutter von drei Kindern. Aber nicht das Alter ist Kriterium, auch Charakter, Motivation und die Länge des Schulwegs sind ausschlaggebend.

Die Fahrzeugbegleiter arbeiten ehrenamtlich. Einziger, "aber nicht zu verachtender Lohn" ist die persönliche Weiterentwicklung der Schüler. Schon beim ersten Training wüchsen die Teilnehmer in punkto Selbstbewusstsein und Zivilcourage über sich hinaus, berichten die Verantwortlichen einstimmig. fee

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