Auf der Straße parkende Autos behindern immer wieder Feuerwehr-Einsätze

mlzParkplatznot

Mehrfach im Monat macht die Parkplatz-Not in Dortmunds Innenstadt der Feuerwehr Probleme. Parkende Autos behindern Löschzüge im Einsatz. Für die Autobesitzer kann das teuer werden.

Dortmund

, 09.02.2019, 04:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Martinshorn eines Feuerwehrwagens hallte am Mittwochabend (6. Februar) gegen 18.30 Uhr durch die Straßenzüge der Landgrafenstraße im Saarlandstraßenviertel. Der Grund: Das Einsatzfahrzeug kam nicht an zwei versetzt am Fahrbahnrand parkenden Autos vorbei.

Ein Anwohner berichtet von verärgerten Feuerwehrleuten, die ausstiegen und schimpften. Mit dem Martinshorn wollten sie die Autobesitzer aus ihren Häusern holen. Als sich die Fahrzeughalter auch nach ein paar Minuten nicht blicken ließen, schlängelte sich der Wagen rückwärts bis zur nächsten Kreuzung zurück und drehte. Insgesamt habe die ganze Aktion knapp zehn Minuten gedauert, berichtet der Anwohner.

Besonders rund um BVB-Heimspiele ist die Situation schlimm

Feuerwehrsprecher André Lüddecke sind Situationen wie diese nur allzu bekannt: „Wir haben mehrmals im Monat Probleme mit parkenden Autos“, sagt er. Immer wieder würden Feuerwehr-Einsätze in Innenstadt-Quartieren auf diese Weise behindert – Verzögerungen, die im Extremfall Leben gefährden können. Besonders schlimm ist es im Kreuz- und im Saarlandstraßenviertel, gerade vor BVB-Heimspielen. Wobei am Mittwoch nicht gespielt wurde.

Im konkreten Fall hatten die Autofahrer Glück, dass das Feuerwehrfahrzeug nur als Reserve für einen laufenden Einsatz eingeteilt war und sich nicht auf einer Alarmfahrt zu einem Großbrand befand. „Wenn es um die Wurst geht, nehmen wir keine Rücksicht auf parkende Autos“, sagt Lüddecke. Diese würden dann im Zweifel zur Seite geschoben. Die Reparaturkosten für die Schäden am Löschfahrzeug würde die Feuerwehr dann dem Blockierer in Rechnung stellen.

Es muss 3,05 Meter Platz auf der Straße bleiben

Da hätte es den Autobesitzern auch nicht geholfen, dass in der Landgrafenstraße nach 18 Uhr vor den Baumscheiben geparkt werden darf. Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilt, muss dabei neben dem parkenden Fahrzeug eine Restfahrbahnbreite von mindestens 3,05 Metern frei bleiben – das war nicht der Fall.

Die Parkplatznot und die entsprechend zugeparkten Straßen im Saarlandstraßenviertel sind schon lange ein Thema in der Lokalpolitik. Bezirksbürgermeister Udo Dammer rechnet damit, dass die rund um die Landgrafenstraße geplante Anwohnerparkzone die Situation verbessert. Sie soll bis Ende 2020 eingerichtet werden. Man habe damit im Gerichtsviertel gute Erfahrungen gemacht.

„Wir retten Leben – wenn Sie uns durchlassen“

Doch auch die Anwohnerparkzone wird die Extremsituation rund um BVB-Spiele nicht entschärfen. Feuerwehrsprecher Lüddecke hofft auf die Vernunft der Autofahrer. Er appeliert an sie: „Wir retten Leben – wenn Sie uns durchlassen.“

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