Aufkleber und Graffiti werden trotz Meldung seit zehn Jahren nicht entfernt

mlzStadteigentum beschädigt

Drei städtische Objekte auf dem Grundstück von Reinhard Menne wurden angesprüht und beklebt. Menne versucht schon seit zehn Jahren, für Abhilfe zu sorgen – bisher erfolglos.

von Alexandra Wachelau

Mitte

, 04.04.2019, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grundstücksbesitzer Reinhard Menne ärgert sich, so sagt er es selbst, schon lange nicht mehr über die von ihm bemängelte Situation an der Viktoriastraße. Dennoch ist eine gewisse Enttäuschung nicht zu überhören, als er – wahrscheinlich nicht zum letzten Mal – die Probleme darlegt, die er bei dem Grundstück sieht. Seit 2009 befinden sich an der Ecke der Viktoriastraße/Rosenkarree Büroräume sowie seniorengerechte Mietwohnungen. Doch auch andere Gegenstände sind dort sichtbar.

Zum Beispiel ein Schaltkasten der Telekom, der mit Graffiti besprüht und beklebt wurde oder eine Bank, die ähnliche Verunreinigungen aufweist. Direkt daneben steht ein verrostetes Haltestellenschild.

Ein Anblick, der keine Seltenheit ist, wenn man sich in der Stadt umsieht. Im Gegenteil: Aufkleber, Graffiti oder andere Veränderungen bei diesen städtischen Objekten sind oft an der Tagesordnung und vermitteln fast den Eindruck, zum Stadtbild zu gehören. Doch für Menne sind diese Eingriffe an seinem Grundstück an der Viktoriastraße vor allem ärgerlich, weil er diese Probleme schon seit über zehn Jahren bemängelt. Getan wurde bisher nichts.

Liebevolle Gestaltung

2009 gab es eine feierliche Eröffnung des Gebäudes, bei der der damalige Stadtdirektor Ullrich Sierau rote Rosen mitbrachte. Menne hat diese Geste als Anstoß genommen, vor die neue Fassade Rosen zu pflanzen. Ganze 180 Stück stehen nun auf der Begrünung vor dem Gebäude. Zusätzlich gestaltete er die Giebelfassade künstlerisch mit Skulpturen.

„Die Gestaltung von Fassaden mache ich ja auch wirklich gerne“, sagt der Architekt und Diplomingenieur. „Aber wenn ich sehe, wie der Standort behandelt wird und dass dann jahrelang nichts getan wird, um die Situation zu verbessern, dann ist das eine Schande.“ Die drei Objekte haben zudem alle eine eigene Zuständigkeit. Für das Haltestellenschild ist das Tiefbauamt zuständig, für die verschmierte Bank das dazugehörige Amt „Stadtgrün“ und für den Schaltkasten die Telekom.

Letzterer ist Menne schon seit über zehn Jahren ein Dorn im Auge. „Ich wäre ja inzwischen auch damit zufrieden, wenn er dort stehen bleibt – wenn er nur endlich gesäubert wird“ sagt Menne, der früher noch für die Umsiedlung des Schaltkastens plädiert hatte, zusammen mit den Glascontainern, die 2009 noch vor dem Haus standen.

Keine Lappalie für das Tiefbauamt

Ihm wurde daher 2009 versprochen, dass sowohl die Glascontainer als auch der Schaltkasten umgesiedelt werden. „Die Glascontainer waren dann auch nach ein paar Wochen weg“, so Menne. Der Schaltkasten dagegen steht heute noch. Auch an seinem Zustand hat sich nicht viel geändert. Die Telekom, der der Schaltkasten gehört, kommuniziert wegen der Sache nur per Brief. Mails oder Anrufe werden nicht akzeptiert.

Menne hielt sich daran. „Ich habe auf meinen Brief auch wieder eine postale Antwort bekommen – von einem Computer. Darin wude ich vertröstet“, so Menne. Ähnlich erfolglos waren seine Meldungen beim Grünflächen- und Tiefbauamt. Dabei sind die allgemein bekannten Aufkleber und Graffiti keine Lappalie in der Straßengestaltung, so Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes.

„Grundsätzlich prüfen die Verkehrssicherheitskontrolleure des Tiefbauamtes regelmäßig alle auf öffentlichen Wegeflächen stehenden Verkehrseinrichtungen und das Stadtmobiliar“, so Uehlendahl. Der Austausch oder die Reinigung werde dann auch unverzüglich vorgenommen, nur bei Stromversorgern und anderen außerstädtischen Objekten seien der Stadt „leider die Hände gebunden“, so Uehlendahl.

Momentan arbeite das Tiefbauamt auch an einer umfassenden Reinigung und Aufarbeitung der Bänke in der Innenstadt, so Uehlendahl weiter. Die Bank und das Haltestellenschild an der Viktoriastraße sollen außerdem in den nächsten 14 Tagen erneuert werden.

Der „Mängelmelder“ in Dortmund

  • Mängel an einzelnen Objekten im Straßenverkehr oder auf Grünflächen können neuerdings durch den sogenannten „Mängelmelder“ im Internet der Stadt mitgeteilt werden.
  • Hierfür wird online ausgefüllt, wo Beschädigungen oder Verunreinigungen in der Stadt vorhanden sind und welche Verbesserungsmöglichkeiten der Bürger sieht.
  • Das zuständige Amt wird so schneller informiert.
  • Grundsätzlich nimmt das Tiefbauamt regelmäßig Wartungen auf allen öffentlichen Wegen vor. Auch Schlaglöcher und Lichtanlagen werden dabei kontrolliert.
Lesen Sie jetzt