Aufmerksamkeit für sich und einander: Die Tänzerin und der Opernsänger

mlzSelbstschutz am Theater

Tänzerin Jelena-Ana Stupar und Sänger Morgan Moody sind seit vielen Jahren am Theater Dortmund. Dass sie nach wie vor zu den Besten gehören, verdanken sie vor allem ihrer Disziplin.

Dortmund

, 22.02.2019, 19:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Name:

Jelena-Ana Stupar

Beruf:

Tänzerin

Sparte:

Ballett

Besonders schützenswerter Körperteil:

Füße, Beine, Rücken, Gelenke

Kein Schritt ohne „Booties“

„Schuhe sind sehr wichtig für mich“, sagt Jelena-Ana Stupar. Die gebürtige Serbin trägt im Theater fast immer ihre „Booties“, die dick gefütterten, wärmenden Schuhe. Die halten ihre Muskeln, Sehnen und Gelenke im Fuß und am Knöchel warm.

Auch wenn Stupar gerade nicht am Theater ist, achtet sie auf die richtigen Schuhe: keine hohen Absätze, keine rutschigen Sohlen. Erst recht im Winter, wenn es glatt ist.

Viel Wasser und Ananas

Vor und nach den Proben und Vorstellungen und während der Pausen zwischendurch achtet sie darauf, Füße, Beine und ihren Rücken immer warm zu halten.

Und ihre Gelenke geschmeidig: Dafür trinkt sie viel Wasser, mindestens drei bis vier Liter am Tag. „Und ich esse viel Ananas, das ist sehr gut für die Gelenke.“ Ananas helfe auch bei der Heilung, wenn sie sich doch mal verletzt.

Vor der Vorstellung: Wenig Bewegung, viel Protein

Seit 2009 ist Stupar am Ballett Dortmund, in der Compagnie von Xin Peng Wang. Um ihre Kunst ausüben zu können, lebt sie diszipliniert. Am Tag einer Vorstellung bewegt sie sich so wenig wie möglich und vermeidet es, längere Zeit zu stehen oder zu gehen.

Den Tag über isst sie Proteinhaltiges: Eier, Milch, Fleisch, Fisch, dazu möglichst viel Gemüse und Obst. Aber nicht zu viel, damit sie ihre Leichtfüßigkeit bewahrt – und ihre Leichtigkeit im Hinblick auf ihre Tanzpartner, die sie heben müssen. Immerhin: Die Sorge zuzunehmen hat sie nicht. Dafür ist ihr Beruf viel zu anstrengend.

Nach der Vorstellung: Kohlenhydrate und Dehnen im Bett

Nach einer Vorstellung geht sie schnurstracks nach Hause, erzählt Stupar. Dort ist der Ablauf immer der gleiche: Erst schaut sie nach ihrer zweijährigen Tochter Lilian, dann nimmt sie ein üppiges, kohlenhydrathaltiges Abendessen zu sich, zum Beispiel Kartoffeln, Nudeln, Bananen.

Dann legt sie sich ins Bett – und dehnt sich ausgiebig. „Das ist immer lustig“, erzählt ihr Lebenspartner Morgan Moody, wenn er dann ins Schlafzimmer komme, liege immer einer ihrer Füße neben ihr auf dem Kopfkissen. Auch Moody arbeitet am Theater, als Sänger im Opernensemble.

Aufmerksamkeit für sich und einander: Die Tänzerin und der Opernsänger

... und hier noch mal mit freiem Gesicht: So trägt Moody den Schal meistens. Bis über die Nase zieht er ihn, wenn er ihm Flugzeug sitzt - damit er sich nichts einfängt. © Tilman Abegg

Name:

Morgan Moody

Beruf:

Bass-Bariton

Sparte:

Oper

Besonders schützenswerter Körperteil:

Stimmbänder

Sein Abendessen: Tee und manchmal ein Scotch

Wenn Jelena-Ana Stupar Vorstellung hat, koche er oft für sie, erzählt Morgan Moody. Wenn sie dann nach Hause komme, stehe das Essen schon auf dem Tisch. „Ich versuche dann immer, ihn zum Mitessen zu bewegen“, sagt Stupar. Doch Moody verzichte meistens. „Wenn ich spät etwas esse, kann es sein, dass ich Sodbrennen bekomme“, sagt der Kalifornier. „Das ist ganz schlecht für die Stimmbänder, dann kann ich am nächsten Tag nicht singen.“

Statt dessen trinke er manchmal einen Scotch, aber auf jeden Fall Tee. Mit Ingwer. Sehr gut für die Stimme.

Sein HNO-Arzt kennt ihn gut

Dafür schneidet er eine rohe Ingwer in Scheiben und kocht sie zwei, drei Stunden in Wasser. Wenn das Wasser gelblich und trüb wird, ist der Zaubertrank fertig.

Seine Stimmbänder pflegt der Bariton aufmerksam und fürsorglich.

Bei seinem HNO-Arzt ist er öfter als beim Friseur, mindestens einmal im Monat. „Wenn mit den Stimmbändern irgendwas ist, gehe ich hin und lasse ihn draufschrauen. Dann weiß ich, was ich tun muss, um sie wieder fit zu machen.“

„Wir leben sehr vorsichtig“

Über das Leben mit Jelena-Ana Stupar sagt Moody: „Wenn wir beide viele Vorstellungen haben, verzichten wir auf vieles. Wir leben sehr vorsichtig.“ Radfahren zum Beispiel – nur, wenn das Wetter wirklich mitspielt. Sein Motorrad, eine Harley-Davidson, hat er noch. Aber er fahre sie seltener als früher. Auch wegen Lilian, der gemeinsamen Tochter.

Stupar fährt noch nicht mal Ski, „obwohl das meine ganze Familie macht. Ich liebe Skifahren, aber ich verzichte seit 20 Jahren darauf. Ich fahre erst wieder, wenn ich fertig bin mit meiner Tanzkarriere.“

Aberglaube ist auch eine Form von Vorbeugung

Sie beide seien abergläubisch, sagen sie, wie viele Menschen, die am Theater arbeiten. Moody gehe nie in Privatkleidung in die Maske, sagt er, nur im Bademantel. Und für jede seiner Rollen habe er ein kleines, schwarzes Moleskin-Notizbuch. Da schreibe er den Text der Rolle hinein und schreibe Anmerkungen nieder. Das Buch mit dem Text für seine aktuelle Rolle habe er bei jeder Probe dabei.

Jelena-Ana Stupar erzählt, sie bekreuzige sich vor jeder Vorstellung. Und sie nähe in jedes Paar ihrer Spitzenschuhe einen roten Faden hinein. Denn Rot bringe Glück und halte alles Böse fern. Auch wenn sie bei einer Vorstellung bis zu drei Paar Schuhe verschleiße, habe sie vorher in jeden Schuh ein Stückchen roten Faden hineingenäht.

So schützen sich die anderen

So schützen sich die Bläser: Mit dem Fullface-Helm zum Konzert

So schützt sich der Kinder- und Jugend-Schauspieler: Unter der Leopardendecke

So schützt sich der Bratschist: Auf der Matte

So schützt sich der Schauspieler: Anders schwitzen

So schützt sich die Oboistin: Im Wasser heilt der Rücken

Zurück zum Hauptartikel

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt