Soulfood verabschiedet sich nach über 10 Jahren aus dem Kaiserstraßenviertel

mlzRestaurant schließt

Über zehn Jahre lang bildete das Lokal von Slavi Bobtchev das Eingangstor zum Kaiserstraßenviertel - erst als New Islands, dann als Soulfood. Doch am 26. Januar ist Schluss.

Kaiserstraßenviertel

, 14.01.2019, 12:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Slavi Bobtchev hat die Zahl genau vor Augen: Zehn Jahre, sieben Monate und 26 Tage. So lang hat die Soulfood Manufactory im Kaiserstraßenviertel existiert, bevor sich die Türen endgültig schließen.

Am 26. Januar findet die Abschiedsparty statt, bei der sich die Gäste von ihrem Lokal mit den frisch zubereiteten Speisen aus regionaler Herstellung verabschieden können. Und natürlich auch von dem Gin-Angebot mit mehr als einem Dutzend Sorten.

Lang überlegte Entscheidung

Natürlich sei der Abschied nach so vielen Jahren schmerzhaft, bestätigt der 44-jährige Geschäftsführer. Aber das Ende der Soulfood Manufactory sei keine spontane, sondern eine lang überlegte Entscheidung gewesen. „Wir haben lange gekämpft, um uns eine Basis zu schaffen“, berichtet Bobtchev. Und das Konzept sei durchaus erfolgreich gewesen. Keine Lebensmittel, die Industriestoffe enthalten, „alles, was wir serviert haben, ist am gleichen Tag zubereitet worden“.

Slavi Bobtchev und seine Frau Sibylle hatten aber ein festes Ziel: „Wir wollten uns weiterentwickeln.“ Das sei für einen Gastronomiebetrieb, dessen Konzept wenig bierlastig sei, nicht leicht. Für diese Entwicklung wäre aber unter anderem eine Modernisierung des Gebäudes notwendig gewesen. Die blieb aus, also entschlossen sich die Eltern eines achtjährigen Sohnes dazu, Neues auszuprobieren. Und Bobtchev ist alles andere als verbittert – im Gegenteil: „Wir gehen mit vielen guten Kontakten zu unseren Partnern neue Wege.“

Zukunft dem Bier gewittmet

Auch nach dem Ende des Soulfood werden die Eheleute viel zu tun haben. „Wir werfen die alten Schuhe nicht weg, bevor wir neue haben.“ Ehefrau Sibylle habe sich schon vor anderthalb Jahren größtenteils aus der Gastronomie verabschiedet und arbeitet artverwandt in einem Vertrieb für ganzheitliche Pflege und Nahrungsergänzung. „Für all jene, die bei Magnesium- oder Kaliummangel nicht gleich in die Apotheke rennen wollen, sondern auf Kräuter aus der Natur und ohne Chemie setzten.“

Slavi Bobtchev ist ebenfalls im Vertrieb tätig und bleibt dabei auch seinem Prinzip treu: Er will eine Biermarke aus den Niederlanden, die auf naturbelassene Zutaten setzt, in NRW und vor allem in Dortmund bekannt machen.

Mitarbeiter werden teilweise übernommen

Während des Gesprächs stärkt sich der geschäftige Noch-Gastwirt mit einem Krebsfleischsalat mit Kürbiskernen, Zwiebeln, geräucherter Paprika und vielem mehr. Auf die Frage, ob er der Zukunft optimistisch entgegensieht, streckt er kauend den Daumen hoch. Auch für die zwölf Mitarbeiter der Soulfood Manufactory soll es gut ausgehen – einige haben schon neue Angebote, auch der neue Pächter, der seinen Job am 1. Februar antritt, hat zugesagt, Kollegen aus dem alten Team zu übernehmen.

Dem Kaiserstraßenviertel, in dem die Familie auch lebt, bleiben sie übrigens treu: „Es ist vielleicht nicht das Kreuzviertel, aber es hat doch sehr viel zu bieten, gerade auch in der Gastronomie.“ Man lebe hier nahe der Innenstadt, trotzdem gebe es viele Grünflächen. „Außerdem findet gerade ein Generationenwechsel statt.“ Slavi Bobtchev erwartet eine spannende Zeit.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt