Aus Stroh Benzin machen

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel besuchte Kläranlage und Baustelle Phoenix-See

21.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Von den Fauleiern der Kläranlage Deusen, die Emscher entlang bis zur Baustelle Phoenix See und zum Hansatheater in Hörde führten Vertreter der Emschergenossenschaft und des SPD Unterbezirks den Umweltminister. Gerade rechtzeitig, als Gabriel den noch nicht umgebauten Emscherlauf in Deusen besichtigte, nahmen ein leichter Hochwasserstand, und friedlich dahin plätschernde Enten der Emscher ihre abschreckende Wirkung. «Sie können mir glauben: Früher hat es gestunken», erläuterte Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandschef der Emschergenossenschaft, die Notwendigkeit für den Emscher-Umbau. Auf 4,4 Milliarden Euro beziffert er die Investitionen des Projektes, bei dem bis 2027 Wasserläufe mit einer Länge von 350 Kilometern ökologisch umgestaltet und 400 Kilometer Abwasserkanäle erstellt werden sollen. Eine Projektgröße, die Gabriel sichtlich beeindruckte ebenso wie der geplante Phoenix See. In einer umweltpolitischen Grundsatzrede sprach sich der SPD-Umweltminister im Hansatheater Hörde für eine offensive ökologische Industriepolitik aus, die den technischen Fortschritt anstößt, um aus Stroh Benzin und aus Klärschlamm Diesel zu gewinnen sowie nachwachsende Rohstoffe für die Energieerzeugung und im Flugzeugbau einzusetzen. Stein- und Braunkohle sind für ihn absehbar nicht verzichtbar. «Wir brauchen moderne Kohlekraftwerke, um preiswerten Grundlaststrom sicherzustellen und Risiken der Kernenergie so gering wie möglich zu halten», machte er seinen Standpunkt deutlich. Heike Thelen

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