Ausbildung als Koch - Mateusz (20) und seine Welt der Gerüche und der Hitze

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„Ich finde den Geruch von Essen berauschend“, sagt Koch-Auszubi Mateusz Janezki. Er ist Koch-Azubi mit Leidenschaft. Hier teilt er seine Erfahrungen und gibt Tipps.

von Lena Rother

Dortmund

, 11.08.2019, 06:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mateusz Janezki (20) hat nach seinem Hauptschulabschluss mit der Ausbildung zum Koch angefangen. Seit 2016 ist er im Lennhof beschäftigt und nun in seinem letzten Jahr. „Gekocht habe ich schon während der Schulzeit, sowohl in der Hauswirtschaftslehre als auch Zuhause. Es war schon immer eine Leidenschaft von mir, Essen für andere zu zubereiten.“ Schon zuvor hat Mateusz Praktika in der Küche absolviert. Obwohl diese ihn mit viel Stress konfrontiert haben, wollte er nicht aufgeben und seinen Traum verfolgen. Nun ist er fast ausgelernt und hilft sogar anderen Auszubildenden. Ob es sich um Flambieren, Schneiden, Braten oder das Drapieren von Desserts handelt, sein Handwerk Kochen beherrscht er zuverlässig. Zur Ausbildung als Koch gehört aber nicht nur die Arbeit in der Küche:

Für einen Monat hat er Töpfe und Pfannen gegen Kellnerjacke und Serviertablett getauscht. Servieren, einschenken und stets freundlich zu den Gästen sein. Dinge, die nicht nur 3-Sterne-Köche beherrschen. Da Küche und Service immer eng miteinander verbunden sind, muss ein guter Koch auch die Abläufe des Service verstehen. Es ist somit notwendig in diesem Beruf, den direkten Umgang mit Gästen nicht zu scheuen. Zudem hilft ein offenes Gemüt auch in der Küche. Sie funktioniert im Grunde wie ein Uhrwerk. Je besser die Zahnräder ineinandergreifen, desto besser tickt die Uhr. Das heißt übersetzt, ein anständiges Essen macht eine gute Zusammenarbeit aus.

Jede dritte Woche tauscht Mateusz seinen Arbeitsplatz mit der Schulbank. Allerdings besteht diese weniger aus Holz und mehr aus Feuer und Metall: An einem von vielen Kochfeldern lernen die Azubis die Grundlagen. Dazu zählt zum einen die Technik mit dem Messer, aber auch der Fachjargon darf nicht vernachlässigt werden. Ob es sich bei dem Fleischstück vor ihnen um Rind oder Schwein, um Kalb oder Ochse, um Hüfte oder Nacken handeln, alle angehende Köche müssen genau wissen, was sie zubereiten. Trotz praktischer Lehre heißt es also auch hier: Auswendig lernen und beim nächsten Test anwenden.

Fakten zum Beruf und zur Ausbildung:

Um für die Lehre zugelassen zu werden, braucht man mindestens einen Hauptschulabschluss, zudem sollte man körperlich gesund sein. Vorangegangene Praktika, Erfahrung im Umgang mit Essen und grobe Ahnung vom Kochen sind auch hilfreich für eine Bewerbung. Da es sich bei der Ausbildung zum Koch um ein Duales System handelt, sind die Übernahmechancen hoch. Duale Ausbildung bedeutet, dass der Betrieb den praktischen Teil übernimmt und die Theorie im Berufskolleg stattfindet. Das Berufskolleg für Gastronomie und Hotellerie befindet sich ebenfalls in Dortmund. Insgesamt müssen drei Lehrjahre absolviert werden. Das Ausbildungsgehalt beträgt im ersten Jahr bis zu 690 €, im zweiten Jahr bis zu 790 € und im letzten Jahr bis zu 890 €. Als ausgelernter Koch beträgt das Einstiegsgehalt etwa 1.400 € bis 1.700 €.

Ausbildung als Koch - Mateusz (20) und seine Welt der Gerüche und der Hitze

Mateusz Janezki schneidet das Schenkelfleisch © Lena Rother


Das sagt Mateusz über seine Berufswahl:

Was gefällt dir an dem Beruf besonders gut?

„Der Geruch. Ich finde den Geruch von Essen berauschend. Gewürze, Fleischgerichte, Desserts, wobei ich zugeben muss, dass letztere meine Lieblingsgerichte sind. Da ich im letzten Ausbildungsjahr bin, bereite ich zwar fast alles zu, meistens Fleisch- und Hauptgerichte, aber auf Desserts freue ich mich am meisten. Die Möglichkeiten ein Dessert anzurichten sind zahlreich, ich lebe mich ein wenig aus.“

Was gefällt dir an dem Beruf nicht?

„Die Frage ist schwer, es gibt eigentlich nichts, was mir missfällt. Es kommt natürlich immer auf den Betrieb an, ob es stressig in der Küche ist oder nicht. Ich mag meine Kollegen, sie sind nett. In meinem ersten Praktikum waren die Mitarbeiter schlecht gelaunt und mein Chef schrie uns ziemlich oft an. Hier ist das nicht so, wenn jemand einen Fehler macht, wird ihm das gesagt und dann muss er oder sie das Gericht neu machen. Punkt. Hier wird viel mit Humor gearbeitet. Die einzigen wirklich anstrengenden Tage sind im Hochsommer. Bei 35 Grad draußen ist die Küche der schlechteste Ort, um seine Zeit zu verbringen. Hier ist es gefühlt doppelt so warm.“

Wo hättest du in der Schule besser aufpassen sollen?

„Ich rate jedem, in Politik und Wirtschaft besser aufzupassen. Nicht weil es einen besonderen Stellenwert im Job hat. Das ist eher die Hauswirtschaftslehre. Man sollte allerdings nicht die Nebenfächer vergessen, auch wenn einem das Kochen Spaß macht. Ich habe mit Politik und Wirtschaft beim Abschluss Probleme gehabt. Ich dachte, dass es nie wichtig sein wird. “

Infos zu Ausbildungsplätzen

Aktuell bieten laut Agentur für Arbeit folgende Dortmunder Firmen Ausbildungsplätze an: Azubis noch für 2019 und auch schon für 2020 sucht die Servgast GmbH, Steigerstr. 20, 44145 Dortmund,

Ansprechpartner: Herr Eicher, Bewerbungen unter: h.eicher@servgast.de. Für 2020 sucht die Kongress Dortmund GmbH, Strobelallee 45, 44139 Dortmund, Ansprechpartnerin: Frau Keller, Bewerbungen unter: https://westfalenhallen-dortmund.jacando.com; Die ausführlichen Ausbildungsstellenangebote sowie weitere Infos zu Ausbildungsplätzen in Dortmund gibt es auf der Jobbörse der Agentur für Arbeit unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de sowie vor Ort im Dortmunder Jugendberufshaus, Steinstraße 39, www.jugendberufhshaus-dortmund.de.

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