Autofahrer scheren sich nicht um ältere Leute und Mütter mit Kindern – und das ganz offen

mlzParkchaos in Südoststadt

Zugeparkte Gehwege, rücksichtlose und freche Autofahrer, zu wenig Kontrollen durch das Ordnungsamt. Für Udo Steinert ist das Maß des Erträglichen in seinem „Revier“ überschritten.

Südost-Stadt

, 07.03.2019, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Udo Steinert ist verärgert: Parkchaos in seinem „Revier“. Das erstreckt sich über die Tewaagstraße, die Karl-L;iebknecht-Straße, die Rosa-Luxemburg-Straße sowie die Kohlgarten- und Kleverstraße. „Eine schöne beschauliche Gegend“, schreibt Steinert an die Redaktion. Aber: „Leider wächst der Parkvandalismus in diesen Straßen permanent an.“

Damit meint er rücksichtsloses Parken. Besonders extrem: „Der Bürgersteig vor der Schrebergartenanlage 06 an der Tewaagstraße wird bis zur Rasenkante zugeparkt. Als Fußgänger muss ich auf die Straße ausweichen oder die andere Straßenseite benutzen.“

Ältere Leute „müssen ja nicht jetzt rumlaufen“

Udo Steinert hat rücksichtslose Parker angesprochen. Er wies auf ältere Leute mit Rollatoren hin, die da entlang müssen. Die Antwort eines Fahrers: „Die müssen ja nicht jetzt rumlaufen. Das können sie machen, wenn wir Feierabend haben.“

Ignoranz auch gegenüber Müttern mit Kinderwagen, die auf die Spielplätze der Kleingartenanlage wollen: „Ist doch nicht mein Kind“, schildert Steinert die Reaktion. Und seinen Hinweis, dass das Falschparken 30 Euro kosten könne, quittierte ein Fahrer mit der Aussage: „Müssen Sie doch nicht zahlen.“

Keine befriedigende Antwort vom Ordnungsamt

Udo Steinert kontaktierte mehrfach das Ordnungsamt. „Da hieß es nur, wir haben keine Leute, und außerdem könne man sich nicht immer um alles kümmern.“ Zu den Fotos, die er als Beweis einreichte, antwortete die Stadt, man benötige ein zweites Foto, das zeitversetzt mindestens vier Minuten später aufgenommen wurde. „Diese Zeit war schon um, als ich alles fotografiert hatte. An der Situation hat sich nichts geändert.“

Auf Anfrage unserer Redaktion, antwortete Stadtsprecher Maximilian Löchter: „Der Vorwurf des Anwohners kann von der Verkehrsüberwachung so nicht bestätigt werden. Denn gerade aufgrund von Beschwerden hat und wird die Verkehrsüberwachung in diesem Bereich aktiv.“ Allein im Februar viermal. Ordnungswidrig parkende Fahrzeuge hatten ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer.

Bürgersteig ist zu schmal für eine Abpfostung

Löchter schränkt allerdings ein: „Leider können die Außendienstmitarbeiter nicht immer am Tag des Einganges einer Beschwerde auch sofort kontrollierend vor Ort sein. Die Verkehrsüberwachung wird aber auch weiterhin den eingehenden Beschwerden nachgehen.“

Bezogen auf das Parken in der Tewaagstraße hat die Stadt keine andere Wahl als zu kontrollieren und zu verwarnen. Das Aufstellen von Absperrpfosten auf dem Bürgersteig ist aufgrund der Straßenverkehrsordnung nicht möglich. Diese müssen mindestens 50 Zentimeter Abstand von der Fahrbahn haben und es muss ein Gehweg von 1,50 bis zwei Meter Breite verbleiben, erklärt Löchter. „Dafür ausreichende Gehwegbreiten sind dort leider vielfach nicht gegeben.“

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