B 54-Brücke kommt deutlich später

Rombergpark / Phoenix-West

Die geplante Brücke zwischen Phoenix-West-Gelände und dem Botanischen Garten Rombergpark wird nicht vor 2019 in Sicht sein. Der Grund: Die Grundstücksflächen auf Phoenix-West lassen sich so gut verkaufen, dass Lagerfläche zur Bodenaufbereitung mit Kalk für einen stabilen Untergrund des Brücken-Neubaus knapp wird.

DORTMUND

, 15.08.2017, 02:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Umplanen ist angesagt: Das Bodenaufbereitungskonzept am erdigen Fundament der Brückenbauarbeiten über B 54 und Nortkirchenstraße (hier der Entwurf) werde angepasst, so die Stadt, um möglichst wenig Flächen für die Bauarbeiten in Anspruch zu nehmen.

Umplanen ist angesagt: Das Bodenaufbereitungskonzept am erdigen Fundament der Brückenbauarbeiten über B 54 und Nortkirchenstraße (hier der Entwurf) werde angepasst, so die Stadt, um möglichst wenig Flächen für die Bauarbeiten in Anspruch zu nehmen.

Erst müssen andere Flächen als Boden-Zwischenlager gefunden werden. Und das Verfahren zur Stabilisierung der erdigen Brücken-Fundamente wird geändert, angeblich ohne Kostensteigerung. Mit weit über einem Jahr Verzögerung könnten die eigentlichen Brückenarbeiten dann erst im Laufe des Jahres 2018 beginnen.

Ursprünglich sollte die Brücke schon stehen. Allein die Bauzeit für die Hauptarbeiten wird von der Stadt mit 18 Monaten veranschlagt. Das bedeutet für die Initiatoren des Projekts „Romberghöfe“ auf der Fläche des ehemaligen Gutes Brünninghausen, vis à vis zu Phoenix-West, eine weitere, zeitlich gravierende Verzögerung ihres Baustarts. Zur Erinnerung: Im ersten Bauabschnitt auf dem Guts-Gelände plant die Interessengemeinschaft Romberghöfe ein 100-Betten-Hotel, Gastronomie samt Brauerei.

Baubeginn kann allerdings erst sein, wenn die lange, kurvige Rampe, die hinter dem Gutsgelände zur Brücke führen wird, angelegt ist. Auf ihr sollen Fußgänger und Radfahrer 15 Höhenmeter Böschung treppenfrei überwinden.

Niemand nimmt Stellung

Zum jüngsten Gespräch zwischen Stadt, Phoenix-West-Entwickler NRW Urban und Interessengemeinschaft Romberghöfe vor wenigen Tagen will auf Anfrage der Redaktion niemand Stellung beziehen. Architekt Hans-Leo Drewes, der selbst zur Initiatorengemeinschaft gehört, und Kaufmann Detlef Lotte ließen am Montag mitteilen, sie erteilten keine Auskunft. Gleiches Bild bei der Stadt. Stadtsprecher Frank Bußmann schrieb: „Die Stadt ist im engen Kontakt mit den Investoren.“ Das weitere Vorgehen sei gemeinsam abgesprochen worden. Details aus diesem Gespräch teile die Stadt nicht mit.

Somit bleiben Spekulationen, wie lange die Initiatoren angesichts neuer Verzögerungen und damit einhergehender Baukosten-Verteuerung bereit sind, weiter zu planen. Die Reaktion aus der Leserschaft reichte nach dem letzten Bericht zum Thema im Juli von „Neue Bauten im Botanischen Garten Rombergpark brauche kein Mensch“ bis zu „die Brücke ist komplett überflüssig.“

6,6 Millionen Euro

Wie mehrfach berichtet, versiegt die Kritik am geplanten Brückenschlag über die B 54 an dieser Stelle nicht, wegen hoher Kosten von zuletzt geschätzten 6,6 Millionen Euro sowie der nur 300 Meter nördlich gelegenen Rad- und Fußgängerbrücke.

Für die Stadt und den NRW Urban, dessen Projektmanagerin Birgit Jakoby dieser Redaktion ebenfalls keine Auskunft geben wollte, stehe die neue Brücke nicht in Frage, so Bußmann. Unterdessen liest sich das Argument der Stadt für die erneute Verzögerung nach dilettantischer Planung: Offenbar überrascht vom eigenen Erfolg der Flächenvermarktung an ansiedlungswillige Firmen, bekommen die Verantwortlichen Platznot.

Ausschreibung Ende 2017

Der Leiter des städtischen Presseamts, Frank Bußmann, dazu: „Ursprünglich waren für den Brückenbau Flächen zur Bodenaufbereitung im Bereich des Technologie- und Dienstleistungstandortes angedacht. Aufgrund der großen Nachfrage nach Grundstücksfläche wurde das Aufbereitungskonzept für die Brückenbauarbeiten angepasst, um möglichst wenig Flächen für die Bauarbeiten in Anspruch zu nehmen.“

Aktuell liefen die Umplanungen, so Bußmann, die Ausschreibung für den Brückenbau solle im vierten Quartal 2017 erfolgen.

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