B1-Ausbau kostet Kleingärten und könnte Spielplatz ankratzen

mlzKleingartenverein Einigkeit

Wo gehobelt wird, fallen Späne - so auch beim Ausbau der B1 zur A40. Betroffen davon ist auch der Kleingartenverein Einigkeit. Obwohl das ganze Ausmaß noch nicht feststeht.

Neuasseln

, 27.01.2019, 04:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mitarbeiter der Deges, der Firma, die die heutige B1 zwischen der Anschlussstelle Dortmund-Ost und dem Autobahnkreuz Dortmund/ Unna zur A40 ausbaut, halten Kriegsrat – oder etwas Ähnliches. Unter der Brücke an der Aplerbecker Straße. Einen Steinwurf davon entfernt liegt die Kleingartenanlage Einigkeit. Getrennt eben durch diese A40, die ausgebaut werden soll.

Dadurch liegt ein Teil der Anlage (rund ein Drittel) im Stadtbezirk Aplerbeck, der Rest eben im Stadtbezirk Brackel. Und durch die Nähe zur viel befahrenen Bundesstraße droht Ungemach – zumindest für die Gärten, die nördlich der A40 liegen – also im Stadtbezirk Brackel.

Die B1 braucht zehn Meter mehr Platz

Denn genau in dieser Richtung wird ausgebaut. Mindestens zweimal 3,75 Meter für die beiden neuen Fahrbahnen. Dazu kommen ein Standstreifen und eine neue Lärmschutzwand. In der Summe macht das rund zehn Meter, die sich die neue Straßenführung der Kleingartenanlage Einigkeit nähert – und ein Stück davon abschneidet.

Für die erste Vorsitzende des Kleingartenvereins Einigkeit kommt diese Nachricht nicht überraschend, obwohl so ganz genau kann sie auch nicht abschätzen, was auf die Gartenanlage und ihre Mitglieder zukommt. „Also, wir wissen schon Bescheid. Uns liegen ja Pläne vor“, sagt Jeanette Pesch. „Das ist ja auch schon ein paar Jahre in Planung.“ Dadurch wisse man auch, dass direkt an der B1 ein paar Gärten durch den Ausbau der Bundesstraße zur Autobahn (A 40) wegfallen werden. „Da machen wir auch kein Geheimnis draus, davon wissen auch die Mitglieder“, sagt Pesch.

Spielplatz und Vereinsheim liegen im Dunstkreis der Baustelle

Völlig im Unklaren sind die Gartenbesitzer jedoch darüber, wie weit die Anlage während der Bauphase betroffen ist. „Wir haben da viele Fragen als Kleingartenverein. Leider haben wir noch keine Möglichkeit gehabt, mit der ausführenden Firma ein Treffen zu arrangieren“, sagt Jeanette Pesch. Aber daran werde man arbeiten.

Denn wenn man einmal das Maßband anlegt, so liegt auch der Spielplatz der Anlage auf der Brackeler Seite (an den Gärten im Aplerbecker Bereich befindet sich ebenfalls ein kleiner Spielplatz) und auch die „Trattoria Einigkeit“, das Vereinsheim der Anlage, im Dunstbereich der zu erwartenden Baustelle. Ob diese Einrichtungen am Ende aber wirklich betroffen sind, dies könne jetzt noch niemand sagen.

Bis zu acht Gärten werden verschwinden

Fest steht, dass – wenn es ganz blöd läuft – bis zu acht Gärten betroffen sein könnten, die dann von der Bildfläche verschwinden. Für die betroffenen Gärtner doppeltes Pech, denn es gibt, Stand heute, keine Möglichkeit in der Anlage einen neuen Garten zu beziehen. Die Kleingartenanlage ist voll.

„In der Regel haben wir nicht so viele freie Gärten. Die Mitglieder, die betroffen sind, werden dann auch aufhören“, sagt Jeanette Pesch. Eine Möglichkeit, den Verlust der Gärten zu verhindern, habe man als Verein eh nicht gehabt. Auch nicht die Möglichkeit einer Klage. „Das hätte nur die Stadt Dortmund gekonnt“, sagt Jeanette Pesch. „Die Vereinsmitglieder, die den Garten verlieren, werden dann wohl entschädigt. Wie hoch diese Entschädigung ausfällt , das wissen wir aber noch nicht.“

Erste Vorarbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen

Noch ist es aber nicht soweit. Wann die Autobahn-Baustelle die Kleingartenanlage erreicht, ist noch nicht absehbar. Erste Vorarbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen. Das wäre aber zunächst nur die Rodung der Bäume, die auf dem Hang zwischen Gartenanlage und der jetzigen B1 stehen. Aber zunächst müssen die Arbeiten an den neuen Brücken beendet sein.

Laut Mitarbeiter der Deges, die sich gestern ein Bild von der Lage vor Ort gemacht haben, wird es wohl 2020 werden, bis die Bagger die Kleingartenanlage Einigkeit an der Aplerbecker Straße erreichen. Solange sind die Gärten und der Spielplatz noch nutzbar.

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