Babylon-Berlin-Schöpfer Volker Kutscher mordet im BVB-Milieu

Bestseller-Autor

Ohne August Lenz wäre die Geschichte des BVB eine andere gewesen. Genau deshalb spielt der legendäre Stürmer eine besondere Rolle im neuen Krimi von Beststeller-Autor Volker Kutscher.

Dortmund

, 20.11.2019, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Babylon-Berlin-Schöpfer Volker Kutscher mordet im BVB-Milieu

Im Institut für Zeitungsforschung der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund recherchierte Volker Kutscher für die neue Krimi-Kurzgeschichte. © Fabian Paffendorf

Spätestens seit der Erfolgs-TV-Serie „Babylon Berlin“ sind die Ermittlungen des Kriminalkommissars Gereon Rath in aller Munde. In seinen auf zehn Bände ausgelegten Rath-Krimis schildert Autor Volker Kutscher höchst detailverliebt und historisch akkurat das Leben, Leiden und Sterben im Berlin der 1930er-Jahre. Band acht der Reihe soll im November 2020 veröffentlicht werden. Diesmal ermittelt Rath im Jahr 1936 am Rande der Olympischen Spiele.

"Am 7. August 1936 standen die Deutschen Fußballer im Viertelfinale des olympischen Turniers den Norwegern gegenüber. Die Deutschen galten als Favoriten, sodass auch Adolf Hitler auf der Tribüne des Poststadions saß", erklärt Autor Volker Kutscher.

Ein Stück Fußballgeschichte

Der Rest ist (Fußball-)Geschichte: Magnar Isaksen schoss die Norweger zum 2:0-Sieg, eine Schmach für die Nationalsozialisten. Unter jenen Spielern der deutschen Elf, die enttäuscht den Heimweg in das Ruhrgebiet antraten, war auch der BVB-Stürmer August Lenz.

Wie war die Stimmung am Borsigplatz damals? Und wie wurden Rückkehrer wie Lenz in der Heimat empfangen, als sie als Schande Fußball-Deutschlands galten? - Fragen, die sich auch Volker Kutscher stellte, der den historischen Stoff als idealen Plot für eine Krimi-Kurzgeschichte ausgewählt hat.

Die soll sowohl beim Literaturfestival „Mord am Hellweg 2020“ vom Schriftsteller vorgestellt werden, wie auch im zehnten Anthologie-Band des Festivals erscheinen. Bereits zum dritten Mal ist Kutscher mit einem Kurzkrimi beim Mord am Hellwig dabei.

Mord rund um den Borsigplatz

"Eigentlich hatte ich ja vor, die Teilnahme diesmal abzusagen, weil ich so viel zu tun habe. Aber eine Geschichte im BVB-Milieu hat mich dann doch gereizt", sagt Volker Kutscher.

Das Setting steht also. Auch, dass rund um den Borsigplatz und Weiße Wiese ein Mord passieren soll, ist schon klar. Ebenso, dass die Hoesch-Werke als Hauptarbeitgeber der BVB-Spieler eine Rolle spielen werden. Wer hier wen und warum meucheln wird, weiß Kutscher aber bisher nicht: "Ich überlege mir da noch was".

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Für die Recherchen vor Ort war Volker Kutscher jetzt mehrere Tage in Dortmund, besuchte das Fußballmuseum, recherchierte im Institut für Zeitungsforschung und traf sich mit Fachleuten wie dem BVB-Archivar Gerd Kolbe.

"Den Spirit vor Ort aufzunehmen, ist für die Autoren beim Mord am Hellweg besonders wichtig und für gute Geschichten unabdingbar", sagt Sigrun Krauß, die gemeinsam mit Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro Unna die Festivalleitung inne hat.

24 Autoren sind mit dabei

Mord am Hellweg ist mittlerweile zu Europas größtem Krimifestival geworden und steht im nächsten Jahr ganz im Zeichen des Jubiläums. Für das Festival, das im Zeitraum vom 19. September bis 14. November mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Formaten die Krimi-Fans der Region locken wird, schreiben 24 nationale wie auch internationale Autoren wieder an exklusiven Geschichten für den begleitenden Sammelband.

"Jede Geschichte muss einen lokalen Bezug haben und darf höchstens zwölf Seiten lang sein. Mindestens ein fiktiver Mord ist Pflicht. Was die Schriftsteller aus den Vorgaben machen, bleibt ihnen selbst überlassen", so Sigrun Krauß. Bis März müssen die Schriftsteller fertig werden.

Die Kurzgeschichte von Volker Kutscher, die innerhalb des Gereon-Rath-Universums angesiedelt ist, soll Anfang November 2020 dann im DFB-Fußballmuseum Dortmund vorgestellt werden. Als Schmankerl erwartet die Literaturbegeisterten im Rahmen des Programms auch die exklusive Vorpremiere des neuen Rath-Krimis.

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