Bäume mussten weichen: Stadt macht Dampf für zwei neue Schulsporthallen im Kreuzviertel

mlzSporthallen-Neubau

Bei den Anwohnern haben die Baumfällarbeiten am benachbarten Schulzentrum an der Kreuzstraße für mächtig Verdruss gesorgt. Die Schülerinnen und Schüler hingegen dürfen sich schon mal freuen.

Kreuzviertel

, 27.07.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben kein Interesse, mutwillig irgendwo Bäume wegzunehmen“, versichert Ahmet Gönen, Diplom-Ingenieur und stellvertretender Bereichsleiter der städtischen Immobilienwirtschaft. Es habe aber keine andere Möglichkeit gegeben, sagt Gönen mit Blick auf die Bürger aus der Blankensteiner Straße, die in enger Nachbarschaft zum Schulzentrum an der Kreuzstraße wohnen. Sie fühlen sich kalt erwischt von den Fäll- und Rodungsarbeiten auf dem Schulgrundstück.

Anwohnerin kritisiert die Fällung der Bäume

Ihrer Zählung zufolge sind mitten in der Schonzeit (1. März bis 30. September) neben Hecken und Büschen „mindestens 15 gesunde Bäume“ geschlagen worden. „Und das ohne jede vorherige Information“, kritisierte Anwohnerin Heide Ramm, die ihrem Ärger im Juni vor den Politikern in der Bezirksvertretung Innenstadt-West Luft machte. Die versprachen, der Sache nachzugehen. Schon damals orakelte Vize-Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß: Sollte es um den geplanten Neubau der beiden Sporthallen auf dem Schulzentrum Kreuzstraße gehen, „werden die Bäume wohl weichen müssen“.

Bäume mussten weichen: Stadt macht Dampf für zwei neue Schulsporthallen im Kreuzviertel

Martin Schaefer (l.) und Ahmet Gönen von der städtischen Immobilienwirtschaft mit dem Bauschild. © Beushausen

Damit hat Fuß den Nagel auf den Kopf getroffen. Im September 2016 hatten die Spitzen der Stadtverwaltung bei ihrer Investorenkonferenz beschlossen, die beiden alten Sporthallen der Wilhelm-Röntgen-Realschule und des Leibniz-Gymnasiums abzureißen und neu bauen zu lassen. Jetzt sind die Arbeiten gestartet. „Und natürlich haben wir vor dem Beginn eine Fällgenehmigung für die Bäume eingeholt“, sagt Projektleiter Martin Schaefer aus der städtischen Immobilienwirtschaft.

Jeder einzelne Baum sei zuvor aufgezeichnet und das Gehölz auf möglicherweise brütende Vögel untersucht worden. Da der Neubau der Sporthallen dringlich sei, „mussten wir während der Schonzeit starten“, erklärt Schaefer. Zudem werde es Ersatzpflanzungen an anderer Stelle geben. Dafür seien 30 bis 40 neue Bäume vorgesehen, sagt Goenen. Den Anwohnern ist das, wenn überhaupt, nur ein schwacher Trost: Sie möchten Ersatzpflanzungen in ihrem Quartier.

Neubau soll früher fertig werden als gepalnt

Die erste der beiden Sporthallen auf dem Schulkomplex an der Kreuzstraße ist inzwischen abgerissen. Da der Schulsport während der Baumaßnahme weiter laufen soll, bleibt die zweite Halle so lange stehen, bis der erste Neubau in Betrieb gehen kann: Ende des zweiten Quartals 2020 soll es soweit sein.

Als Dreifach-Sporthalle geplant, soll sie ein Fassungsvermögen für rund 600 Besucher haben und auch für größere Veranstaltungen bereitstehen. Die zweite Halle, ebenfalls eine Dreifach-Sporthalle, bietet Platz für 199 Besucher. Beide Hallen entstehen in einem Gesamtkomplex und werden durch eine Wand voneinander getrennt: reichlich Platz für den Schul- und den Vereinssport. Die Gesamtinvestition der Stadt beläuft sich auf rund elf Millionen Euro, unter anderem finanziert aus den Sondertöpfen des Bundes für finanzschwache Kommunen.

Bäume mussten weichen: Stadt macht Dampf für zwei neue Schulsporthallen im Kreuzviertel

Die erste der beiden alten Sporthallen ist inzwischen abgerissen. Gegen Ende des 2. Quartals 2020 soll dann auch der erste Teil des Neubaus in Betrieb gehen. © Beushausen

Die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Röntgen-Realschule und des Leibniz-Gymnasiums dürfen sich freuen. Grund: Die Baumaßnahme wird aller Voraussicht nach ein halbes Jahr früher fertig als geplant, berichtet Diplom-Ingenieur Gönen. Auf dem Bauschild ist noch Mai 2021 angegeben – doch die Zielmarke ist überholt.

„Wir peilen die Inbetriebnahme für Ende 2020 an“, sagt Gönen. Hintergrund: Anfang August starten auch die Arbeiten an der Geschwister Scholl-Gesamtschule in Brackel, die vom selben Generalunternehmer mit zwei baugleichen Dreifach-Sporthallen ausgestattet wird. „Das hat es uns möglich gemacht, die einzelnen Bauphasen noch besser zu koordinieren und die Zeiten optimal zu nutzen“, berichtet Gönen. „Wenn nichts dazwischen kommt, sind wir vor unserer Zeit fertig.“

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