Ballettschule Grand Jeté feiert Erfolge bei der EM - und das trotz Umzug

Ballettschule Grand Jeté

Mit ihrem Ballettstudio ist Diana Trendelkamp von Wischlingen ins Unionviertel umgezogen. Sie findet: Ballett muss keine Einzelkämpfer hervorbringen - und ist nicht nur was für Mädchen.

von Tobias Weskamp

Unionviertel

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Ballettschule Grand Jeté feiert Erfolge bei der EM - und das trotz Umzug

Diana Trendelkamp ist mit ihrer Ballettschule an der Rheinischen Straße sehr erfolgreich, auch bei den Europameisterschaften. © Tobias Weskamp

Kein Aprilscherz: Seit dem 1. April findet man die Ballettschule Grand Jeté an der Rheinischen Straße 188 im Unionviertel. Noch bis vor einiger Zeit hatte die Ballettschule im Revierpark Wischlingen ihr Zuhause. „Dort waren wir Untermieter in einem Fitnessstudio“, beschreibt Diana Trendelkamp. Das war sehr gut, um Fuß zu fassen. Allerdings war der Boden nicht optimal für tänzerische Varianten. „Hier haben wir jetzt auch einen Schwingboden“, freut sie sich. „Außerdem sind wir hier mehr unter uns.“

Der neue Standort hat viele Vorteile

Für ihre Schüler ist es angenehmer zum Ballettstudio ins Unionviertel zu kommen. „Es war für sie in Wischlingen immer etwas unangenehm, durch den dunklen Park gehen zu müssen“, erklärt Diana Trendelkamp. Wichtig war ihr, dass sie den neuen Standort in der Nähe einrichten konnte. „Wir haben viele Kinder aus Dorstfeld, Kirchlinde oder Castrop“, zählt sie auf.

Mit der Ballettschule möchte Diana Trendelkamp zudem den Standort im Unionviertel kulturell stärken. Auch zum nahen Dorstfeld fühlt sie sich zugehörig. Negative Erfahrungen hat sie bisher keine gemacht. Im Gegenteil: „Ich fühle mich wohl hier. Und die Kinder fahren oft alleine hierhin und fühlen sich sicher, sicherer als in Wischlingen.“

Diana Trendelkamp gehörte zum Ensemble der jungen Talente im Opernhaus Dortmund und besuchte die John-Cranko-Ballettakademie in Stuttgart. Zudem hat sie Tanzpädagogik, Sportmedizin und Sporttherapie studiert.

Die Ballettschule feiert Erfolge bei Meisterschaften

An der Europameisterschaft in Italien hat Diana Trendelkamp teilgenommen - mit Erfolg. „Egal ob wir gewinnen oder verlieren, wir sehen es als Klassenfahrt“ war das Motto. Das stolze Ergebnis: viermal ein erster Platz, ein zweiter Platz, zwei dritte Plätze sowie ein vierter Platz. Dabei war nur zwei Monate Zeit, um zu trainieren. Die Kinder haben sich gegenseitig korrigiert und geholfen. „Das haben sie gut gemacht“, lobt ihre Ballettlehrerin. Eine Teilnehmerin war sogar nur sieben Jahre alt.

„Viele sagen, im Ballett gebe es nur Einzelkämpfer. Mir ist es aber wichtig, dass der Teamgedanke im Vordergrund steht“, sagt Diana Trendelkamp. Ihre Schüler helfen und unterstützen sich gegenseitig. „Ich versuche, den Konkurrenzdruck von den Kindern fernzuhalten“, so Diana Trendelkamp. Daher arbeiten sie und ihre vier Lehrer nach der russischen Vaganova-Methode, bei der es keine Prüfungen gibt.

Den Kindern gefällt es hier. „Wir verstehen uns alle mega gut“, findet Lucie (12), die bei der EM mit zwei Solos einen ersten und einen dritten Platz ertanzt hat. Auch Anna (8) hatte viel Spaß bei der EM und mag das Miteinander.

Berufliches und Privates sollen vereinbar bleiben

Vor allem für ihre zwei Kinder möchte Diana Trendelkamp Beruf und Privatleben vereinbar halten. Das gelingt gut: „Meine Tochter Melina ist selber Schülerin und springt auch schon mal kurz ein, etwa wenn Elterngespräche anstehen. Und mein Mann kümmert sich um die Homepage, Flyer und ähnliches sowie alles Elektronische.“

Auch die Räume der Ballettschule hat Diana Trendelkamp mit Familie und Freunden selber hergerichtet. Die Schüler waren auch dabei: „Die Mädels haben die Regale aufgebaut“, erzählt sie. Auch die Eltern der Schüler haben mit angepackt. Dank ihnen allen gibt es nun auch einen „Oberstufenraum“. „Und bald haben wir auch eine eigene Küche.“

Ballett - ist das nur was für Mädchen?

Übrigens finden nicht nur Mädchen den Weg in ihre Ballettschule. Allerdings wirkt das Klischee, Ballett wäre nichts für Jungs, noch nach. „Oft merkt man bei kleinen Brüdern, dass sie Interesse hätten, aber sie gehen dann doch zum Fußball“, berichtet Diana Trendelkamp. „Aber ein Junge der seine Schwester auf der Bühne sah, konnte seine Eltern überreden und hat mit elf mit dem Ballett angefangen.“

Es gibt für Kinder von Eltern, die Arbeitslosengeld oder Hartz 4 beziehen, finanzielle Unterstützung, um beim Ballett mitzumachen. Es gibt die Möglichkeit, einen Antrag auf Leistungen für Bildung und Teilhabe zu stellen. Diana Trendelkamp hilft dabei. Mehr Infos gibt es hier.
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