Getränke wandern drinnen über den Tresen nur noch an genesene und getestete Gäste. Ein negativer Coronatest reicht ab sofort nicht mehr, um in den Innenraum des Balkes zu gelangen. © Jan Möller
Gastronomie in Corona-Zeiten

Bar im Kreuzviertel setzt auf 2G-Regel: „Wir wollen die Impfquote pushen“

Fast 60 Prozent der Bevölkerung sind bisher vollständig geimpft. Um die Impfquote weiter anzukurbeln, setzt ein Szenelokal in Dortmund jetzt ein Zeichen: Getestete müssen draußen bleiben

„Die Impfung ist überall verfügbar – jeder hat die Möglichkeit dazu, eine Spritze zu bekommen“, sagt Jan Möller. Er ist Eigentümer der Bar „Balke“ an der Hohen Straße im Kreuzviertel. Seit Mittwoch (18.8.) empfängt das „Balke“ nach einem langen Zeitraum wieder Gäste. Den Zutritt zum Innenraum bekommen aber nur gegen das Coronavirus geimpfte oder genesene Kunden.

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen gilt seit Freitag (20.8.) das 3G-Prinzip für Innenräume der Gastronomie. Geimpft, Genesen oder Getestet – sind die Voraussetzungen für drinnen.

Bar will Impfquote pushen

Die Bar an der Hohen Straße verschärft die Zugangsvoraussetzungen allerdings nochmals. Statt 3G gilt im „Balke“ 2G: Getestete müssen draußen bleiben. „Wir wollen damit die Impfquote pushen“, sagt Jan Möller.

Mit der 2G-Variante wolle man ein Zeichen bei der Stammkundschaft setzen. „Wir wollen, dass die Leute zum Hausarzt gehen und sich überzeugen lassen, sich zu impfen.“ Jan Möller bezeichnet die bewusste Entscheidung, auf 2G statt 3G zu setzen, als Statement: „Lass dich impfen.“

Knapp anderthalb Jahre – inklusive sechswöchiger Wiederöffnung im vergangenen Herbst – blieb das „Balke“ geschlossen. Eine erneute coronabedingte Schließung möchte Möller seinem Team unbedingt ersparen, weshalb man sich zu dem „Statement“ entschlossen habe: „Wenn wir für den Innenraum eh einen Nachweis brauchen, dann wollten wir 2G machen“, sagt er.

Es sollen dennoch keine Gäste ausgeschlossen werden

„Unsere Hoffnung ist nicht, 40 Prozent der Gäste auszuschließen“, erklärt Jan Möller, der stattdessen „Überzeugungsarbeit leisten will“, dass die Impfung hilft.

Angst, dass Kunden wegbleiben könnten und man in finanzielle Schwierigkeiten gerate, hat der Inhaber nicht. Jan Möller: „Wir sehen nicht nur den einzelnen Gast, der dann vielleicht wegbleiben will, sondern alle, die unter den Einschränkungen leiden würden.“ Da würde eine Impfung helfen, dass es keinen Lockdown mehr braucht, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen.

Dennoch stellt sich auch Möller die Frage, wie man mit ungeimpften Gästen verfahren könne. Im „Balke“ weiß man, dass die Aktion durchaus mit Risiko verbunden ist.

Stammkunden befürworten 2G

Sollte es Kunden geben, bei denen 2G negativ aufstößt, so möchte Möller eine Diskussion anregen: „Ich freue mich über eine sachliche Kritik auf Grundlage von Fakten.“

Ob es überhaupt zur Diskussion kommt, ist bislang Theorie. Ein Großteil der Stammkunden sei bereits vollständig geimpft. Außerdem würden viele Gäste das Statement befürworten: „Was ich bislang gehört habe, haben uns die meisten bisher zugesprochen.“

Da die gewählten Zugangsbeschränkungen ohnehin nur den Innenraum betreffen, schließt das „Balke“ niemanden aus. Für den Außenbereich wird kein Nachweis gefordert. Da könne jeder sogar ohne Test kommen.

Bereits im Herbst 2020 versuchet das „Balke“ den Neustart. Für sechs Wochen konnte die Bar damals öffnen. Der erneute Versuch der Wiedereröffnung erfolgt diesmal nach einer Sommerpause. 2021 soll das Comeback aber dauerhaft statt nur vorübergehend gelingen.

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