Nach Brandstiftung: Auf diesem Fundament in Nette entsteht ein neues Bienenhaus

mlzNatur in Nette

Fast genau vor einem Jahr zündeten Unbekannte die Bienenhütte des Gartenvereins Wachteloh an. Jetzt hat Imker Thomas Meyer für alle Bienenfreunde eine gute Nachricht.

Nette

, 19.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klimawandel, Artensterben, Insektenschwund – dass es der Umwelt nicht gut geht, sollte jeder Mensch mitbekommen haben. Dass in dieser Zeit, im November 2018, jemand auf die Idee kommt, ein Bienenhaus mit 60.000 Bienen darin anzuzünden, hat Imker Thomas Meyer vor einem Jahr sehr geschockt.

Von diesem Schock ist im November 2019 nichts mehr zu spüren. Die Enttäuschung ist einer neuen Aufbruchsstimmung gewichen.

Bienenhütte ist da: ein sichtbarer Neuanfang

Das liegt daran, dass man den Neuanfang jetzt sehen kann. Die Bodenplatte für die neue Bienenhütte ist gerade fertig geworden, in wenigen Tagen liefert eine Spedition die Teile für das neue Blockhaus.

Die Bodenplatte hat Meyer in bester Heimwerker-Meisterschaft selbst gebaut – Holz im Baumarkt gekauft, abgemessen, zugeschnitten, zusammengeschraubt. Die Platte ist 4x3 Meter groß, das Haus wird 3x3 Meter groß sein, es bleibt also eine kleine Terrasse.

In die Hütte werden im Frühjahr fünf Bienen-Völker einziehen, die Meyer bereits nach Nette gebracht hat und die jetzt am Vereinsheim stehen.

Mehr Gestaltungsmöglichkeiten an der neuen Bienenhütte

Damit wird die neue Bienenhütte deutlich kleiner als die alte. Die Versicherung zahlte zwar die volle Summe, doch der Löwenanteil floss in die Entsorgung der asbesthaltigen Brandreste.

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Thomas Meyer ist deswegen nicht traurig, denn jetzt hat er mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Der Zuweg und das ganze Grundstück werden noch detailliert neu gestaltet, konkrete Pläne kann Meyer noch nicht nennen.

Bis auf ein Detail. Die Bienen sollen ja die Blüten in den Gärten des Vereins bestäuben. Bislang nahmen sie dazu den direkten Flugweg von der Hütte zu den Bäumen, so entstand eine Art Bienenautobahn, die leider einen Fußweg kreuzte. Und die Fußgänger hatten deshalb summenden Querverkehr auf Kopfhöhe.

Bienen fliegen höher

Das wird sich ändern. Thomas Meyer wird die ein oder andere Pflanze in den Weg stellen. Da fliegen die Bienen drüber hinweg, in eine Höhe, in der sie niemanden mehr stören.

Trotzdem werden die Bienen viele Zuschauer haben. Kindergarten-Gruppen und Schul-Klassen werden zu Besuch kommen und Bienen bei der Arbeit bestaunen. Schautafeln werden Infos zur Honigproduktion geben.

Den Honig wird Thomas Meyer wie bisher selbst vermarkten. Er hofft auf eine leckere Ernte. Die Chancen dafür stehen gut, denn die Bienen sammeln den Nektar von den Feldfrüchten des angrenzenden Ackers, von den Blüten in den Gärten und von den Bäumen des Grünstreifens dazwischen.

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