Bauantrag für umstrittenen Wohnungsbau im Dortmunder Süden ist gestellt

mlzMenglinghausen-Süd

Inmitten vieler Eigenheime in Menglinghausen könnten mehr als 100 Mietwohnungen gebaut werden. Trotz Kritik der Anwohner hat das Genehmigungsverfahren jetzt begonnen.

Menglinghausen

, 27.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Herbst 2019 stellte die Kirchliche Zusatzversorgungskasse (KZVK) ihren Plan zum Bau von mehr als 100 neuen Wohnungen in Menglinghausen vor. Jetzt liegt der Bauantrag bei der Stadt Dortmund.

„Der Antrag wurde am 10. März eingereicht“, sagt Karsten Franz, Abteilungsleiter für Liegenschaften bei der KZVK, auf eine Nachfrage der Redaktion.

Das Genehmigungsverfahren für die neuen Wohnungen habe damit begonnen. Ob die aktuelle Lage um das Coronavirus Auswirkungen auf den Zeitplan des Bauprojekts hat, kann laut Franz „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgesehen werden“.

So sehen die Pläne aus

Auf ihrer Internetseite gibt die KZVK für das Projekt mit dem Namen „Welcome HoMe“ eine Fertigstellung bis Ende 2021 als Planungsziel an.

Demnach sollen auf einer Wiese in der Eigenheimsiedlung Menglinghausen-Süd fünf 3,5-geschossige Neubauten entstehen.

Bauantrag für 133 Wohnungen in Menglinghausen läuft

So könnten die fünf neuen Wohngebäude in Menglinghausen-Süd aussehen. Geplant sind 133 Wohneinheiten. © Redenz Architekten Stadtplaner

Diese sollen insgesamt 133 Mietwohnungen mit Größen von einem bis fünf Zimmern enthalten. Außer den kleinsten Apartments sollen alle Wohnungen über Balkone oder Terrassen verfügen.

In einer eigenen Tiefgarage für den Wohnkomplex sollen bis zu 120 Autos Platz finden. Hinzu kommen weitere 55 Außenparkplätze für Pkw sowie rund 215 Stellplätze für Fahrräder.

Viel Kritik aus der Nachbarschaft

Doch das Projekt hat nicht nur Fürsprecher. Kurz nach seiner Bekanntgabe im September 2019 formierten sich Proteste aus der Nachbarschaft.

Die SPD organisierte ein Treffen, zu dem sich mehr als 60 Anwohner in der alten Menglinghauser Schule einfanden.

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Einer der Hauptkritikpunkte der benachbarten Hausbesitzer ist die Größe des Projekts. So rechnete der Anwohner Christopher Harre aus, dass bei durchschnittlich 2,5 Personen pro Haushalt in den 133 neuen Wohnungen circa 330 Personen mehr nach Menglinghausen ziehen könnten.

„Bei derzeit (Stand September 2019) 3139 Einwohnern im Ort entspricht das einem Zuwachs von mehr als zehn Prozent“, so Harre.

Dies ginge mit einer höheren Verkehrsbelastung einher. Zudem äußerten viele Anwohner die Angst vor massivem Baustellenverkehr, der das Grundstück mitten in der Siedlung nur über die kleine Zeche-Kaiser-Friedrich-Straße erreichen könne.

Anwohner sollen informiert werden

Dass die Wiese zwischen dem Helene-Meiser- und Hans-Grüning-Weg bebaut werden soll, steht bereits seit Jahrzehnten fest. Ein seit 1998 gültiger Bebauungsplan weist die Fläche bis heute für den Wohnungsbau aus.

Bauantrag für 133 Wohnungen in Menglinghausen läuft

Die große Wiese inmitten der Eigenheime ist schon seit 1998 für den Wohnungsbau eingeplant. © Marc D. Wernicke

Angesichts der Kritik stellte der Hombrucher Bezirksbürgermeister Hans Semmler (CDU) den Anwohnern Aufklärung in Aussicht.

„Mit der KZVK, dem Stadtplanungsamt und der Bezirksvertretung ist eine Bürgerinformationsveranstaltung vorgesehen“, bekräftigte er zuletzt am Mittwoch (25. März). Wann diese stattfindet, könne zurzeit jedoch niemand sagen.

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