Baufortschritt im Erdbeerfeld: gute Nachrichten – aber weiterhin Kritik

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Die Bebauung im Neubaugebiet Erdbeerfeld wird dichter. Einige Nebenstraßen sind mittlerweile gepflastert, Fuß- und Radwege angelegt. Weiterhin gibt es Kritik, aber auch gute Nachrichten.

Mengede

, 05.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jahrelang klagten Eigentümer im Neubaugebiet Erdbeerfeld über den fehlenden Endausbau der Nebenstraßen, über einen ungesicherten dunklen Schulweg, über den maroden Zustand der Straße Zum Erdbeerfeld. Oberbürgermeister Ullrich Sierau sagte im Dezember 2018 Lösungen zu. Das Tiefbauamt versprach im vergangenen September den Beginn der Bauarbeiten. Und hielt Wort.

An drei Straßen haben Arbeiter den Endausbau vorgenommen: Hinter der Wiese komplett sowie teilweise in den Straßen Weiße Hecke und Hinter dem Garten. Hier sind die Eigenheime schon lange fertiggestellt.

Die Straße Hinter der Wiese ist mittlerweile gepflastert.

Die Straße Hinter der Wiese ist mittlerweile gepflastert. © Uwe von Schirp

„Grundsätzlich nimmt die städtische Tiefbauverwaltung den endgültigen Ausbau der Erschließungsstraßen [...] in sämtlichen Wohngebieten erst nach Abschluss aller Hochbauaktivitäten vor“, schreibt Stadtsprecher Christian Schön einmal mehr auf Anfrage dieser Redaktion.

Schulkinder können zwei sichere Fußwege benutzen

Mit Baufahrzeugen und Lkw, die den Endausbau beschädigen, ist auf den drei Straßenabschnitten nun nicht mehr zu rechnen. Allerdings zeigt sich, dass einige Eigentümer ihre gepflasterten Einfahrten nun an das endgültige Straßenniveau anpassen müssen, nachdem sie diese längst fertiggestellt hatten.

Ebenfalls ausgebaut sind die Fuß-/Radwege Nr. 2 und 4 entlang der Lärmschutzwand an der Mengeder Straße und im Umfeld der Kindertagesstätte. Hier habe die Priorität der Schulwegsicherung gegolten, schreibt Christian Schön. Zumindest die Kinder aus den Häusern der ersten drei Bauabschnitte haben seit Ende Februar einen beleuchteten und autofreien Schulweg.

Der Fuß- und Radweg Nr. 2 entlang der Lärmschutzwand ist fertig. Kinder haben hier nun einen beleuchteten und autofreien Schulweg.

Der Fuß- und Radweg Nr. 2 entlang der Lärmschutzwand ist fertig. Kinder haben hier nun einen beleuchteten und autofreien Schulweg. © Uwe von Schirp

Seit Herbst letzten Jahres nimmt nun der fünfte und letzte Bauabschnitt Stück für Stück Kontur an. Die Straßenführungen des künftigen Schulte-Kemna-Wegs und Nevelingwegs im Nordwesten des Neubaugebiets sind deutlich erkennbar. Nach Rodungs- und Kanalbauarbeiten ist hier die erste Ausbaustufe nahezu abgeschlossen.

Die Nachfrage nach freien Grundstücken ist groß

„Dann erst besteht eine Bebauungsmöglichkeit für die an den neuen Straßen liegenden Bauplätze, von denen nur ein kleiner Teil in städtischer Hand ist“, so Christian Schön. Die Vermarktung der städtischen Grundstücke erfolge direkt im Anschluss – wegen der Ferienzeit voraussichtlich ab Mitte August.

An der Kreuzung Zum Erdbeerfeld/Grüner Bogen beginnen die Baufelder des fünften Bauabschnitts. Der Nevelingweg ist eine der beiden neuen Straßen, die Arbeiter derzeit in der ersten Ausbaustufe fertiggestellen.

An der Kreuzung Zum Erdbeerfeld/Grüner Bogen beginnen die Baufelder des fünften Bauabschnitts. Der Nevelingweg ist eine der beiden neuen Straßen, die Arbeiter derzeit in der ersten Ausbaustufe fertiggestellen. © Uwe von Schirp

Die städtischen Grundstücke seien sehr nachgefragt, sodass mit einer zügigen Realisierung der Baumaßnahmen zu rechnen ist. In den Bauverträgen sei eine Klausel, die die Eigentümer zu einer Fertigstellung innerhalb von zwei Jahren nach Zahlung des Kaufpreises verpflichte.

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Schneller als erwartet waren die Eigentümer im dritten und vierten Bauabschnitt. Die Grundstücke entlang der Straßen Zum Erdbeerfeld und Grüner Bogen sowie der Nebenstraßen Zum Knapp und Weiße Hecke sind bis auf wenige Lücken bebaut. Hierauf werde das Tiefbauamt reagieren und ein erneutes Ausbauprogramm zusammenstellen, um möglichst zeitnah den weiteren Endausbau der Straßenabschnitte vorzunehmen, erklärt der Stadtsprecher.

Marode Straße bleibt ein dauerhaftes Ärgernis

Für die Straßen Grüner Bogen und Zum Erdbeerfeld dürfte das noch nicht gelten. Sehr zum Verdruss der Anwohner und Eigentümer. „Der Zustand der Straße wird von Tag zu Tag schlechter“, sagt Tobias Andernacht. „Die Häuser wackeln. Morgens merkt man den ersten Bus.“

Dauerärgernis der Anwohner: die Straße zum Erdbeerfeld. Zwar gibt es mittlerweile einen angegossenen und markerten Fußweg. Der marode Zustand der Straße lässt aber die Neubauten wackeln. Im Juli will die Stadt eine provisorische neue Fahrbahndecke aufziehen.

Dauerärgernis der Anwohner: die Straße zum Erdbeerfeld. Zwar gibt es mittlerweile einen angegossenen und markierten Fußweg. Der marode Zustand der Straße lässt aber die Neubauten wackeln. Im Juli will die Stadt eine provisorische neue Fahrbahndecke aufziehen. © Uwe von Schirp

Hier hatte die Stadt im September zumindest eine provisorische neue Fahrbahndecke und einen markierten Fußweg zugesagt. Statt der neuen Fahrbahn haben Bauarbeiter einen zwei Meter breiten Asphaltstreifen an die Fahrbahn gegossen, mit gelber Fahrbahnmarkierung und Leitpfosten den Fußweg gekennzeichnet.

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„Ist es das, was die Stadt damals zugesagt hat?“, fragt der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Andreas Lamberty. Christian Schön beschwichtigt: „Voraussichtlich im Juli“ werde die Fahrbahn komplett erneuert. Vorher sei das wegen des Häuserbaus nicht möglich gewesen.

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