Wohnbauprojekt an der Antonius-Kirche in Brechten spaltet die Politik

mlzWohnen in Brechten

Was im „Dorffunk“ schon seit geraumer Zeit als Gerücht kursiert, wird nun zur Tatsache. An der Straße „Im Dorfe“ in Brechten soll ein großes Bauvorhaben realisiert werden. Es gibt Kritik.

Brechten

, 09.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter den Brechtener Bürgern wurde es bereits heiß diskutiert: Was passiert auf dem Grundstück an der Straße im Dorfe gegenüber der St.-Antonius-Kirche? Aufgrund einer Anfrage der Evinger CDU-Fraktion kommt nun erstmals Licht ins Dunkel.

Im Oktober hatten sich CDU-Politiker an das zuständige Bauordnungsamt der Stadt Dortmund gewandt und erfahren, dass ein norddeutscher Investor auf der Fläche zwischen Evinger Straße und der Straße „Im Löken“ den Bau von Seniorenwohnungen plane.

Eine detaillierte Auskunft über den Investor wollte weder zum damaligen Zeitpunkt noch jetzt einer der involvierten Akteure geben.

Erste Ideen und Konzepte bereits vorhanden

Mittlerweile sind die Pläne konkretisiert und in der Bezirksvertretungs-Sitzung am Mittwoch (6.11.) von der Verwaltung bestätigt worden. Es sind laut Stadtrat Ludger Wilde erste Ideenskizzen und Strukturkonzepte zur Einbettung in das städtebauliche Umfeld entwickelt worden.

Wohnbauprojekt an der Antonius-Kirche in Brechten spaltet die Politik

Unmittelbar gegenüber der Brechtener St.-Antonius-Kirche sollen in absehbarer Zukunft barrierefreie Mehrfamilienhäuser für Betreutes Wohnen entstehen. © Marius Paul

Vorgesehen sei die Errichtung eines Senioren-, Pflege- und Wohnzentrums, welches durch sechs barrierefreie Mehrfamilienhäuser für Betreutes Wohnen ergänzt werden soll. Es handelt sich also um ein großes Bauvorhaben.

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CDU sieht Bauvorhaben problematisch

In der örtlichen Politik berurteilt man dieses unterschiedlich. Die CDU-Fraktion um die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Petra Frommeyer sieht die derzeitigen Pläne kritisch:

„In der vorgestellten Form sind wir gegen ein solches Bauprojekt. Wir haben grundsätzlich zwar nichts gegen den Bau von Seniorenwohnungen, allerdings ist der gewählte Standort vor allem aus verkehrstechnischer Sicht nicht akzeptabel“, so Frommeyer.

Verkehrssituation als Kritikpunkt

Die angrenzenden Straßen seien ohnehin schon stark frequentiert und würden durch einen derartigen Neubau zusätzlich belastet.

Wohnbauprojekt an der Antonius-Kirche in Brechten spaltet die Politik

Gegenüber der St.-Antonius-Kirche in Brechten (oben Mitte) soll ein großes Bauvorhaben realisiert werden. © Oskar Neubauer

Außerdem seien die genauen Vorstellungen nach wie vor unbekannt. Deshalb werde man beantragen, dass das Planungsamt die letztendlichen Pläne der Bezirksvertretung noch detailliert vorstelle.

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Evinger SPD unterstützt geplante Bebauung

Bezirksbürgermeister Oliver Stens von der SPD befürwortet unterdessen das Projekt: „Natürlich müssen wir erst einmal den konkreten Bebauungsplan abwarten, aber grundsätzlich freuen wir uns zunächst darüber, dass es einen Investor gibt, der für zusätzlichen Wohnraum sorgen möchte.“

Unterschiedliche Möglichkeiten für die Erschließung

Man könne den Neubau von Wohnungen nicht generell von verkehrstechnischen Bedenken abhängig machen. Laut Stens müsse man vielmehr dafür sorgen, „dass die Zuwegung entsprechend den Erfordernissen ausgestaltet wird.“

Nach Auskunft der Stadt könnte die Erschließung sowohl über die Widumer Straße im Norden, als auch über die Straße Im Dorfe erfolgen.

Ob das Planverfahren 2020 beginnt, entscheidet sich in den nächsten Monaten.

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