Die Großbaustelle am Wall ist verwirrend. Für manch anliegendes Geschäft bedeutet die Sperrung des Innenrings, dass es nur noch einen Weg zum Laden gibt. Den man erstmal finden muss. © Lydia Heuser
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Baustellen-Wirrwarr am Schwanenwall: Händler finden nicht mehr zum Laden

Die Großbaustelle am Dortmunder Wall ist verwirrend. Ein Unternehmen, das am Schwanenwall ansässig ist, hat besonders große Probleme: Den Weg dorthin finden nicht einmal die Mitarbeiter auf Anhieb.

Die Großbaustelle am Wallring ist erst seit wenigen Tagen eingerichtet und führt schon zu großen Problemen. Mitten am einspurigen Nadelöhr des Wallrings liegt das Geschäft Raumideen.

Wallring ist nur noch einspurig in beide Richtungen befahrbar

Am Dienstag (15.6.) wollte die Marketingleiterin des Ladens, Conny Heijnk-Kruthoff, morgens zu ihrer Arbeitsstelle fahren. Doch so weit kam sie erstmal nicht. Zwar wusste sie von der Großbaustelle am Wall, aber die vielen gesperrten Straßen und Umleitungen verwirrten sie.

Denn von der B54 konnte sie nicht auf den Parkplatz direkt vor dem Geschäft am Schwanenwall 33 abbiegen. Der Ring ist nur einspurig in beide Richtungen befahrbar, wobei der innere Ring auf Höhe des Geschäfts komplett gesperrt ist.

Die Marketingleiterin kam auf der B54 aus Richtung des Hauptbahnhofs und bog links in die Geschwister-Scholl-Straße ein. Von dort wollte sie rechts auf die Weißenburger Straße fahren, um gleich wieder rechts in die Schwanenstraße einzubiegen.

Aber dort stand eine Bake mitten auf der Straße. Ein Sackgassen-Schild machte deutlich: Hier geht es nicht weiter. „Dann bin ich die Nächste rechts abgebogen, in die Milchgasse. Aber da ging es auch nicht weiter.“

„Man kommt nur hier raus und rein“

„Ich musste meine Kollegin anrufen“, sagt Conny Heijnk-Kruthoff. Kirsten Fiebig gab ihr dann den wichtigen Tipp, den die Mitarbeiter des Einrichtungshauses inzwischen allen ihren Kunden mit auf den Weg geben: Nur über die Schwanenstraße, die von der Weißenburger Straße abgeht, gelangt man zu dem Geschäft – trotz Bake und Sackgassenschild.

Die Schwanenstraße ist der einzige Weg, der noch zum Geschäft Raumideen führt, wo Kirsten Fiebig arbeitet.
Die Schwanenstraße ist der einzige Weg, der noch zum Geschäft Raumideen führt, wo Kirsten Fiebig arbeitet. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Conny Heijnk-Kruthoff war am ersten Tag nach ihrem Urlaub aber verunsichert, ob die Straße überhaupt bis zum Einrichtungshaus führen würde.

„Man kommt nur hier raus und rein“, sagt Kirsten Fiebig bei einem Besuch vor Ort. Inzwischen steht die Bake nicht mehr mitten auf der Fahrbahn, mit dem Auto kann man gut rechts in die Schwanenstraße einbiegen.

„Ich hole gleich ein laminiertes Schild ab, das ich an der Bake befestigen werde“, sagt Kirsten Fiebig. Ihre Kunden sind nämlich ebenfalls aufgeschmissen und total überfordert wegen der Baustelle. Auf dem DIN-A4-großen Schild soll der Hinweis stehen, dass der Weg bis zu Raumideen frei ist.

Baustelle „hoch geschäftsschädigend“

„Die Kunden kommen nur noch gezielt zu uns. Seit der Baustelle haben wir keine Neukunden mehr“, sagt Kirsten Fiebig. „Für uns ist die Baustelle hoch geschäftsschädigend.“

Ins Einrichtungshaus für Design-Möbel und Küchen im Premiumsegment kämen eigentlich oft Neukunden, die den Laden beim Vorbeifahren vom Schwanenwall aus gesehen hätten. Das ist nun für mindestens acht Wochen – so lange wird der Innenring am Wall laut Stadt gesperrt sein – nicht möglich.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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