Bauverbände entschuldigen sich für Kündigung

Brötchen-Prozess

DORTMUND Überraschende Wendung im "Brötchen-Prozess": Der Hauptgeschäftsführer der Bauverbände Westfalen, Hermann Schulte-Hiltrop, hat sich in einem offenen Brief an eine langjährige Chefsekretärin für seine "unsensible Vorgehensweise" entschuldigt.

von Von Bettina Kiwitt

, 11.10.2009, 16:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hat sich entschuldigt: Hermann Schulte-Hiltrop, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände Westfalen.

Hat sich entschuldigt: Hermann Schulte-Hiltrop, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände Westfalen.

In dem Schreiben heißt es: „Es gibt sicher viele Gründe, in besonderen Härtefällen eine fristlose Kündigung aussprechen zu müssen, aber im vorliegenden Einzelfall war ich mit einer fristlosen Kündigung juristisch nicht besonders gut beraten. Selbst wenn meine Vorgehensweise einer rechtlichen Bewertung stand hält, so hätte ich mit mehr Fingerspitzengefühl handeln können. Ich habe die öffentliche Entschuldigung der Mitarbeiterin vor Gericht angenommen und möchte, dass sie auch meine Entschuldigung akzeptiert.“

Der Hauptgeschäftsführer hebt in seinem offenen Brief aber auch hervor, dass es noch nie in der Geschichte des Verbandes zu einer fristlosen Kündigung gekommen sei. Auch herrsche kein „kaltes Klima“. Das Gegenteil sei der Fall, denn im Schnitt blieben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über zwei Jahrzehnte für den Verband tätig. Verträge, die über 30 und 40 Jahre hielten, seien keine Einzelfälle. Der Verband sei sich seiner sozialen Verantwortung voll bewusst. Die Anwälte haben bereits Kontakt untereinander aufgenommen, um eine außergerichtliche Vereinbarung herzustellen. Schulte-Hiltrop: „Ich werde eine Lösung anstreben und umsetzen, die für beide Seiten annehmbar ist.“ Die Kündigung bleibt jedoch bestehen.

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