Beeinträchtigt die Eisschicht die Schifffahrt?

Eis im Hafenbecken

Die Temperaturen pendeln seit Tagen um den Nullpunkt, im Dortmunder Hafenbecken bildet sich Eis auf dem Wasser. Das sorgte in früheren Jahren für wochenlange Eissperren. Und heute?

Dortmund

, 20.02.2018, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
An einigen Stellen im Hafen bildet sich dieser Tage eine Eisschicht, beispielsweise unterhalb des Alten Haftenamtes. Die Eisschicht ist aber so dünn, dass Schiffe sie problemlos durchbrechen können.

An einigen Stellen im Hafen bildet sich dieser Tage eine Eisschicht, beispielsweise unterhalb des Alten Haftenamtes. Die Eisschicht ist aber so dünn, dass Schiffe sie problemlos durchbrechen können. © Stephan Schütze

Wer in diesen Tagen am Dortmunder Hafen unterwegs ist, wird es sehen: An vielen Stellen im Hafenbecken hat sich Eis gebildet. Das kommt in fast jedem Winter irgendwann vor. Es stellen sich die Fragen: Gibt es dadurch Beeinträchtigungen für die Schifffahrt? Und ab wann liegt der Verkehr im Hafen eisbedingt still?

Laut Pascal Frai, Sprecher der Dortmunder Hafen AG, bilden sich erste vereiste Stellen bereits, wenn zwei bis drei Tage in Folge konstant Temperaturen deutlich unter null Grad herrschen. Derzeit gebe es in vielen Bereichen im Hafen eine Eisschicht von ein bis zwei Zentimetern Dicke. Das sei für die Schiffe kein Hindernis.

Ab 15 Zentimetern wird es problematisch

Problematisch werden könne eine dicke, geschlossene Eisschicht im Hafenbecken und im Dortmund-Ems-Kanal ab einer Dicke von etwa 15 Zentimetern – dann werde es auch für größere Schiffe kritisch, durchzukommen. Denn beim Anlegen wirkt das Eis wie ein aufgeschichteter Puffer.

Beim Hafen habe man etwaige Beeinträchtigungen frühzeitig im Blick, sagt Frai: „Die Dortmunder Hafenmeister kontrollieren täglich die Hafenbecken und behalten die Wettervorhersage im Auge.“

Wird eine Eisschicht so dick, dass Schiffe Probleme bekommen, durch Kanäle oder in Häfen zu fahren, gibt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes eine entsprechende Meldung heraus. Dann können sich Unternehmen und Binnenschiffe auf die Situation einstellen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ist für die Befahrbarkeit der Kanäle zuständig und setzt gegebenenfalls auch Eisbrecher ein.

Früher bis zu 27 Tage Eissperre

In den letzten Jahren gab es aufgrund höherer Durchschnittstemperaturen nur selten Probleme wegen fester Eisdecken. „Heute ist das Eis meist nach wenigen Tagen wieder verschwunden“, sagt Frai. Das sah in früheren Jahren anders aus. Zuletzt nicht erreichen konnten Schiffe den Hafen wegen einer Eisschicht vom 11. bis 16. Februar 2012. Unter anderem saßen deshalb einige Heizöl-Lieferanten auf dem Trockenen.

Wobei die Situation 2012 noch vergleichsweise harmlos war: Zwischen 1986 und 1997 hatte es mehrmals Eissperren von 24 bis 27 Tagen Dauer gegeben. Das Eis war damals an einigen Stellen bis zu 26 Zentimeter dick.

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