Begehrte Jungs

DORTMUND Eine Pressemitteilung sorgte heute für heftige Verwirrung: Die Accor-Gruppe, die in Dortmund das frühere Grand Hotel Mercure als Pullman-Hotel betreibt, ließ verlautbaren, bereits im Herbst habe Erstligist Borussia Dortmund das Haus zu seinem offiziellen Mannschaftshotel erklärt. Später folgte das Bedauern von Hoteldirektor Uwe Schlünsen: "Wir sind Partnerhotel."

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 24.01.2008, 15:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frauke und Arne Brügmann übernahmen den Lennhof im Sommer 2005 vom Vorbesitzer BVB.

Frauke und Arne Brügmann übernahmen den Lennhof im Sommer 2005 vom Vorbesitzer BVB.

Die Jungs sind begehrt, jeder will sie in seinen Betten haben. Will mit ihnen die Nacht verbringen.

Erste Geige

Aber nur einer spielt im Buhlen um ihre Gunst die erste Geige, und hat dies sogar schriftlich: Arne Brügmann vom Hotel Lennhof ließ sich langjährig attestieren, dass die Umworbenen in seinem idyllischen Haus kuscheln, bevor sie hinaus müssen ins feindliche Leben, um Gegner an die Wand zu spielen. „Erst im Herbst erklärte der Erstligist Borussia Dortmund das Haus zu seinem offiziellen Mannschaftshotel“, so stand‘s geschrieben in – nein nicht in einer Pressemitteilung des Lennhofs –, sondern des neuen Pullman-Hotels in Dortmund, vormals Grand Hotel Mercure. Wie das? Hoteldirektor Uwe Schlünsen bedauert: ein Fehler. Nicht Mannschafts- sondern Partnerhotel seien sie. Am Nachmittag gab Pulmann die neue Mitteilung heraus.

Vor Heimspielen

Mannschafts-Hotelier Arne Brügmann hat einen noch viele Jahre gültigen Vertrag mit Borussia Dortmund in der Tasche. Vor gut zweieinhalb Jahren übernahm er mit seiner Frau Frauke den Lennhof vom Vorbesitzer, dem BVB, und begrüßt seither weiter die Mannschaft vor ihren Heimspielen. Nur wenn der Lennhof mal komplett belegt ist, mit feiernden Hochzeitlern z. B., teilt sich Brügmann die begehrten Gäste mit Uwe Schlünsen.

Trainer-Suite

Bei ihm residiert bekanntlich dauerhaft auch BVB-Trainer Thomas Doll in einer 110 Quadratmeter großen Grand Suite hoch über der B1 und lässt sich seine Muskeln auflockern im stark aufgefrischten Wellness-Bereich des Pullman. Ein (angemietetes) Haus kam für Doll nicht in Frage, weil seine Familie weiterhin in Hamburg lebt. Und ein dritter bemüht sich noch erfolgreich um die Gunst von Spielerherzen: Das Hilton, ebenfalls viereinhalb Sterne schwer. Hoteldirektor Tom Stevens jedoch bewirtet die Gegner, weniger den BVB. „Wir arbeiten gut zusammen mit den Borussen“, sagt er und – ganz Profi im Geschäft mit dem Gast: Er trägt die Gegner natürlich auf Händen.

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