Bei Betreuung von Depressiven hapert's

19.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Dortmunder Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen fordert schon lange ein "Bündnis gegen Depressionen", das es in Städten wie Düsseldorf, Duisburg oder Wuppertal bereits gibt. Das machte Klaus-Peter Rehberg von der Selbsthilfegruppe bei der Veranstaltung "Zurück ins Lebens - Depressionen erkennen und verstehen" deutlich. Neben der Selbsthilfegruppe hatte die Dortmunder Mitternachtsmission die Veranstaltung mitinitiiert. Die Einrichtung stellt zunehmend fest, dass die von ihr betreuten Prostituierten, die unter Depressionen leiden, auf Unverständnis stoßen, etwa bei Ämterbesuchen.

Dass es nicht nur dort Defizite gibt, machte die Veranstaltung deutlich. Es gebe zu wenig aufsuchende Hilfe, also Hausbesuche, stellte Dr. Thomas Finkbeiner, Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie im Ev. Krankenhaus Lütgendortmund, fest. Es fehle an Angehörigengruppen, Patientenportalen und Klarheit bei den Vernetzungsstrukturen. Ein großer Teil der Betroffenen begebe sich überhaupt nicht in fachärztliche Behandlung, wusste leider Dr. Ulrike Ullrich, Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Dortmund, zu berichten.

Doch schon jetzt kann die Nachfrage nach Behandlung kaum bewältigt werden. Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr seien zu lang, "bis dahin ist die Ehe kaputt, der Arbeitsplatz weg", so Dr. Harald Krauß, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Marienhospital. Beim Krisenzentrum Dortmund sieht es ähnlich aus, es ist laut Leiter Johannes Ketteler überlastet.

Das Bündnis gegen Depression, für das ein Satzungentwurf bereits vorliegt, soll nach Angaben von Finkbeiner möglichst noch in diesem Jahr als Verein gegründet werden soll. Dann soll die Unterstützung für depressive Menschen besser werden. kiwi www. depressionen-do.de

www.kompetenznetzwerk-

depression.de

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