Bei Heimspielen von Borussia Dortmund wird an der Ardeystraße drunter und drüber geparkt

mlzBVB-Fans zerstören Grünfläche

Über 10.000 Parkplätze stehen den BVB-Fans bei den Heimspielen im Bereich der Westfalenhallen und des Stadions zur Verfügung – zu wenig für einige, die lieber eine Wiese platt parken.

Brünninghausen

, 24.02.2019, 05:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Rasenfläche an der Ardeystraße in Höhe der Einmündung der Straße Am Segen sieht aus, als ob hier eine Ralley-Prüfung stattgefunden hätte. Zahlreiche Autos haben die Fläche durchgewühlt. Krokus oder Schneeglöckchen, die hier sonst blühen, haben keine Chance gegen die Verkehrsteilnehmer, die keine Rücksicht nehmen und die städtische Fläche als Parkplatz missbrauchen.

Und zwar immer dann, wenn Borussia Dortmund Heimspieltag in der Fußballbundesliga hat. Und es ist hier, in direkter Nachbarschaft der Emscher nicht so, dass die Fahrzeuge lediglich mit einem Rad auf der Grünfläche parken. Nein, der komplette Rasen wird genutzt. Den Mitgliedern des SPD-Ortsvereines Brünninghausen ist jetzt der Kragen geplatzt. „Wir wollen das nicht länger hinnehmen“, so der erste Vorsitzende Horst Thieling.

Schon seit Monaten wird hier geparkt

Denn das Parken im Rahmen der BVB-Spiele ist keine einmalige Sache. „Das geht nun schon seit einiger Zeit so“, sagt Thieling. Wer das jetzt im Einzelnen ist, konnte der SPD-Politiker auch nicht sagen. „Die Leute müssen sich aber hier auskennen“, vermutet er. Vielleicht seien es auch Besucher, die auf den letzten Drücker vor Anpfiff kommen und dann panisch einen Parkplatz suchen. Aber geschenkt – was bleibt, sind die tiefen Fahrspuren. Um auf die Rasenfläche zu kommen, muss man im Übrigen quer über einen Bürgersteig fahren oder den Rad- und Gehweg nutzen.

Aber auch das sind alles keine Hindernisse – doch die sollen jetzt kommen, denn Knöllchen haben bisher keine Wirkung gezeigt und auch in Sachen Abschleppen hat die Stadt Dortmund noch keine Maßnahmen ergriffen. „Da trauen sie sich wohl nicht so ran“, sagt Thieling.

Steine und Pfosten sollen die Falschparker abhalten

Also packte der Ortsverein die Sache selber an und suchte den Kontakt zum Tiefbauamt. „Wir hatten einen Ortstermin und haben gemeinsam überlegt, was wir hier tun können.“ Denn der Bereich, der am Ende abgesperrt werden muss, ist nicht gerade klein. Es handelt sich um knapp 60 Meter entlang der Ardeystraße und rund 40 Meter an der Straße Am Segen.

Der erste Gedanke, das Gelände bei Heimspielen der Dortmunder Borussia mit Flatterband abzugrenzen, wurde schnell wieder verworfen. Zu viel Aufwand und wer keine Rücksicht vor Grünanlagen nimmt, den hält auch kein Flatterband ab.

Also werden jetzt schärfere Geschütze aufgefahren. Zunächst wird der Fuß- und Radweg abgepfostet. Pflegefahrzeuge der Stadt passen noch durch – Privatautos nicht mehr. Und es wird steinig. Entlang der Ardeystraße werden große Findlinge an den Rand der Grünfläche gepackt. Wer da noch Lust auf einen Ausflug ins Grüne hat, ramponiert sich sein Fahrzeug.

Tiefbauamt der Stadt Dortmund will schnell eingreifen

An der Straße Am Segen wird das Tiefbauamt Steine und Holzpfosten im Wechsel setzen. Dann hat in diesem Bereich das Parken auch keine Chance mehr. „Es ist gut, dass jetzt endlich etwas passiert“, sagt Thieling, der die gute Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt lobt.

Wann die Absperrmaßnahmen greifen, steht noch nicht fest. Es soll aber zeitnah passieren, sagt Ulrich Finger vom Tiefbauamt. „Wir müssen jetzt erst einmal schauen, wo wir die Steine herbekommen, das sollte aber nicht so lange dauern.“ Bis zum nächsten Heimspiel am Sonntag gegen Leverkusen wird die Fläche wohl noch nicht abgesperrt sein – aber vielleicht schaut ja das Ordnungsamt diesmal wieder ganz genau hin.

Hombrucher Grüne zeigen sich verwundert

Verwundert zeigten sich die Grünen im Stadtbezirk Hombruch über die Entscheidung des Tiefbauamtes. Denn, in Blick in das Unterlagen-Archiv der Bezirksvertretung Hombruch macht deutlich, dass sich die Grünen in der BV schon lange dafür einsetzen, dass gerade an der Ardeystraße / Am Segen das Parken auf eben jener Grünfläche untersagt wird. „Wir haben mehrere Anträge in dieser Richtung gestellt und immer hat die Verwaltung betont, dass hier nichts geschehen würde“, sagt Barbara Brunsing, Vorsitzende des Ortsvereins Hombruch.

So gab es 2015, 2017 und 2018 Anträge zu genau dem selben Thema, die auch von den weiteren Mitgliedern in der BV-Hombruch mitgetragen wurden und immer wieder hieß es vonseiten der Stadt, dass eine Absperrung mit Steinen nicht machbar wäre.

Zerstörung hätte verhindert werden können

„Der Grad der Zerstörung der Grasnarbe hätte durch konsequentes Einschreiten der Verwaltung seinerzeit bereits unterbunden werden können“, ärgert sich Susanne Lohse, Sprecherin der Grünen in der Bezirksvertretung Hombruch. Und die Grünfläche an der Straße Am Segen ist beileibe nicht die einzige, die unter den autofahrenden Zuschauern der BVB-Spiele zu leiden hat. So soll es auch größere Probleme im Bereich Schönau an der Schönaustraße geben. Hier werden ebenfalls zwei Grünflächen regelmäßig als Parkfläche missbraucht.

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