Am Abend des Black Friday herrschte dichtes Gedränge auf dem Westenhellweg. © Kevin Kindel
Corona-Schutz in Dortmund

Bei Überfüllung: Stadt will Westenhellweg dicht machen

Was tun, wenn der Westenhellweg in der Dortmunder City zu voll wird? Die Stadt hat auf den Ansturm am Black Friday reagiert und Vorkehrungen für die Adventszeit getroffen.

Notfalls gibt es eine Zugangskontrolle für den Westenhellweg. Das erklärte Norbert Dahmen, Dezernent für Ordnung bei der Stadt Dortmund, am Dienstag auf Nachfrage. „Ziel ist, weniger Publikum auf den Hellweg zu bekommen.“ Zeitgleich solle der Handel in der Innenstadt aber nicht zu sehr beschränkt werden.

Wie will die Stadt den Plan umsetzen?

Schon für Samstag habe man auf den Black Friday reagiert, unterstrich Dahmen. „Das Tiefbauamt hat uns Sperrmaterial zur Verfügung gestellt, mit dem man notfalls auch eine Zugangskontrolle auf den Hellweg dirigieren kann.“ Soll heißen: Sperrgitter, die an den Wegen links und rechts des Westenhellwegs aufgestellt werden, damit nicht noch mehr Menschen dorthin strömen.

Wie schnell kann die Stadt diese Gitter aufbauen?


Am Samstag habe es „fast stündliche Berichte“ gegeben, wie voll es aktuell auf dem Hellweg sei. Man könne rasch reagieren, betonte Dahmen, ohne einen ganz genauen Zeitrahmen zu nennen.


Gibt es eine Obergrenze für Personen auf dem Hellweg?

„An Zahlen können wir das nicht festmachen“, so Dahmen. Stattdessen würden sich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes einen „qualifizierten Eindruck“ machen.

Eng würde es ja nicht nur, wenn der komplette Westen- oder Ostenhellweg voll sei: „Es können auch Gruppen sein, die sich vereinzelt vor Geschäften sammeln und die den ganzen Fußgängerverkehr behindern.“ Daher müsse man über eine Zugangsbeschränkung immer an Ort und Stelle entscheiden.

Wann rechnet die Stadt mit einer vollen City?

Vor allem an den Adventssamstagen, vor allem zwischen 15 und 19 Uhr. Daher appelliert der Ordnungsdezernent an die Kunden: „Gehen Sie zu den Tagesrandzeiten einkaufen. Nutzen Sie die Zeit von 10 bis 12 Uhr.“ Da sei das Gefühl doch auch ein besseres als in der Enge am Nachmittag.

Und an den Wochentagen, zum Beispiel in den vorgezogenen Weihnachtsferien?

Auch am Montag/Dienstag (20./21.12.) sowie an den kommenden Freitagabenden werde es nicht so voll wie am Black Friday, schätzt Dahmen. Wenn die Schüler Zeit zum Shoppen hätten, „füllt es den Hellweg, aber es macht ihn nicht übervoll.“

Seit 1. Dezember gilt eine noch strengere Verordnung. Sorgt die nicht für mehr Platz?

In den Geschäften schon. Dort darf nun nur noch eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche sein. So ist es zumindest bei den Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern, und das sind die meisten.

Allerdings: Wer nicht reinkommt, muss draußen warten. Insofern könnte die neue Verordnung sogar für mehr Enge auf dem Westenhellweg sorgen.

Falls es richtig eng wird: Kann die Stadt den Westenhellweg auch räumen?

In Absprache mit der Polizei könnte sie das tun. Aber Dahmen unterstreicht: „Das würde die Situation ja noch verschlimmern. Das hieße ja, dass man viel Publikum in eine Richtung abdrängt, wo die Leute dann noch enger zusammenstehen.“

Wo ist denn die Stadt zuständig? Wo sind die Geschäfte in der Pflicht?

„Die Geschäfte sind selbst verantwortlich, das Warteschlangen-Management vernünftig hinzubekommen“, unterstreicht Dahmen. Allerdings betont er auch, dass die Stadt direkt am Freitag das Gespräch mit den großen Geschäften gesucht habe.

Man sei auf Handelsverband, City-Ring und Thier-Galerie zugegangen, „um das Thema Publikumssteuerung besser koordinieren zu können“. Die Geschäfte selbst seien ja auch vom großen Andrang überrascht gewesen. Und das nicht nur in Dortmund: Das Black-Friday-Problem sei ja landesweit in allen interessanten Innenstädten aufgetreten.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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