Das Phoenix-West-Gelände: Bekommt es doch noch eine Stadtbahn-Anbindung? Das wollen zumindest die Grünen. © Hans Blossey (Archivbild)
ÖPNV-Pläne in Dortmund

Bekommt Phoenix-West doch noch eine Stadtbahn-Anbindung?

Wo sollen künftig neue Stadtbahnstrecken verlaufen? Es gibt ein Füllhorn an Vorschlägen. Eine alte Idee kommt nun überraschend wieder aufs Parkett: Eine Stadtbahn-Anbindung von Phoenix-West.

Mit der U49 über Hacheney bis nach Wellinghofen? Die Linie gibt es seit mindestens 13 Jahren – auf dem Papier. Sie taucht im Stadtbahn-Entwicklungskonzept 2008 auf, ist aber aus Kostengründen nie realisiert worden.

Ob der Ausbau bis nach Wellinghofen jemals kommt, ist nun fraglicher denn je. Geht es nach der CDU, soll das Projekt begraben werden. Grüne und SPD wollen lediglich noch eine Verlängerung bis zur Zillestraße geprüft wissen.

Die Verlängerung der U49 bis Wellinghofen gehört zu einer Reihe von Projekten, die längst zu Ladenhütern geworden sind. Sie könnten bei der nun anstehenden Fortschreibung des Stadtbahn-Entwicklungskonzeptes ausgemustert werden. In eine vergleichbare Kategorie fällt für die CDU die Verlängerung der U41 über Clarenberg bis nach Benninghofen.

Ebensowenig Chancen gibt die CDU einer Stadtbahn nach Kirchlinde, wie aus ihrem Antrag in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtgestaltung hervorgeht.

Auch in anderer Hinsicht hat sich die Fraktion positioniert: Sie möchte, dass die Stadtbahnhaltestellen auf der B1 so umgebaut werden, wie vom Rat im Juni 2020 beschlossen. Damit erteilt die CDU den weiteren ins Gespräch gebrachten Varianten für die B1 eine klare Absage.

Grüne und CDU bevorzugen die Stadtbahn

Unstrittig zwischen allen Fraktionen sind Projekte wie die Weiterführung der U44 auf die frühere Westfalenhütte und die Erschließung von Smart Rhino, dem früheren Areal von Hoesch-Spundwand. Die Frage ist nur: Mit welchem Verkehrsmittel soll das geschehen? Die Verwaltung spielt mit dem Gedanken, das dort entstehende Stadtquartier mit Stadtbahn und H-Bahn zu erschließen. Grüne und CDU sind allerdings skeptisch.

Im Falle der H-Bahn, die bislang auf den Bereich Uni und Technologiezentrum beschränkt ist, dürfe „kein zweiter Inselbetrieb und kein Parallelverkehr zu Stadtbahnstrecken entstehen“, formulieren die Grünen in ihrem Antrag. Vorrang müsse haben, die H-Bahn mit der U42 (Grevel – Hombruch) zu verknüpfen.

Für Smart Rhino bevorzugen die Grünen zwei sich kreuzende Stadtbahnlinien. Dabei soll auch der Hafen angebunden werden. Anstelle der H-Bahn schlagen die Grünen eine Stadtbahn vor, die von der Haltestelle Hafen über Smart Rhino bis zum S-Bahn-Halt Dorstfeld verlaufen könnte.

Auch die CDU möchte das Smart-Rhino-Gelände „prioritär“ per Stadtbahn erschlossen wissen. Die H-Bahn komme nur in Betracht, wenn der Bedarf mit einer positiven Kosten-Nutzen-Analyse nachgewiesen werde. Ohnehin sei der Umfang der Erschließung davon abhängig, ob sich das Land NRW für den Neubau der Fachhochschule auf Smart Rhino entscheide. Damit wird Anfang 2022 gerechnet.

Neuer Vorstoß für eine Stadtbahn auf Phoenix-West

Die SPD hält neben der Erschließung von Smart Rhino u. a. den von DSW21 ins Spiel gebrachten Stadtbahntunnel hoch. Er soll ungefähr in Höhe der Karl-Liebknecht-Straße abzweigen und in einem Bogen die östliche Innenstadt bis zum Hauptbahnhof durchqueren. Ob und wann das „Dekadenprojekt“ realisiert werden kann, ist offen. Ins neue Stadtbahn-Entwicklungskonzept soll der Tunnel in jedem Fall.

Überraschend kommt ein Vorstoß der Grünen: Neben einer Verlängerung der U47 „bis mindestens zum Bahnhof Aplerbeck“ möchte die Fraktion geprüft wissen, ob auch die High-Tech-Schmiede Phoenix-West an die Stadtbahn angebunden werden kann. Eine Idee, die bereits lange vor der Entwicklung von Phoenix-West aufkam, aber bald wieder in der Versenkung verschwand.

Wie Bauderzernent Arnulf Rybicki erklärte, werden sämtliche Vorschläge aus den Ratsfraktionen und Bezirksvertretungen erst einmal gesammelt und von einem Gutachter geprüft. Nach rund zwei Jahren werden der Politik erste Ergebnisse vorgestellt. Dann wird gewürfelt und gewichtet, welche Vorhaben es in welcher Rangfolge ins neue Stadtbahn-Entwicklungskonzept schaffen.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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