Belastungszeuge zittert bei Aussage - Richter ziehen Rechtsanwalt hinzu

"Zocker-Prozess"

DORTMUND Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Erpresser und Falschspieler musste die 39. Strafkammer des Landgerichts die geplante Vernehmung eines der Hauptbelastungszeugen am Donnerstag (15.10.) abbrechen. In der kommenden Woche soll die Vernehmung im Beisein eines Rechtsanwalts zu Ende gebracht werden.

von Von Martin von Braunschweig

, 15.10.2009, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dass der Café-Betreiber den Würfeltisch mit einem schweren Industriemagneten ausgestattet hatte, der sich per Fernbedienung ein- und ausschalten ließ, merkte er nicht. Und so schöpfte er auch keinen Verdacht, dass sein Gegner – wohl mit gezinkten, weil ebenfalls magnetischen Würfeln – stets gewann. Der Angeklagte habe ihm schließlich immer neues Geld geliehen, so der Zeuge. Am Ende habe er mit 80 000 Euro in der Kreide gestanden. Die Richter interessieren sich nun vor allem für das, was in den darauf folgenden Wochen und Monaten passiert sein soll.

Bei der Polizei soll der Zeuge früher von Todesdrohungen und anderen Belästigungen erzählt haben. „Wenn du nicht zahlst, töten wir dich“, sollen der Angeklagte und seine Männer ihm gedroht haben. Genau dies wollte der Zeuge gestern aber nicht bestätigen. „Mehr sage ich nur, wenn mein Anwalt da ist“, sagte er und zitterte dabei heftig. Die Richter gönnten ihm schließlich den mehrtägigen Aufschub. 

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