Tag der Toten? Dieser Umzug war eher eine Feier des Lebens. © Althoff
Tag der Toten

Beleuchtetes Skelett und Trommelrhythmen – Toten-Parade im Kreuzviertel

Mehr als 100 Menschen, die einem Riesen-Skelett hinterherlaufen – es ist ein ungewöhnlicher Umzug gewesen am Freitagabend im Kreuzviertel. Und weniger Trauer als eine Feier des Lebens.

Fast jeder zückt sein Handy. Wer gerade an der Kreuzstraße unterwegs ist, wer an der Lindemannstraße steht, auf der Möllerbrücke oder am Westpark, hat so etwas sicher noch nicht gesehen.

Ein meterhohes Skelett wird über die Straße getragen, beleuchtet und begleitet von Trommelrhythmen. Weit mehr als 100 Menschen gehen hinterher. Viele in dieser Parade haben sich selbst als lebende Tote geschminkt.

Eine Feier des Lebens wie aus Mexiko

In Mexiko wäre das nichts Ungewöhnliches. Dort ist der „Dia de Muertos“, der „Tag der Toten“, ein Riesen-Fest. Zum Gedenken an die Verstorbenen, mehr aber noch als eine Feier des Lebens. Man stellt sich vor, dass die Toten an diesem Tag zurückkehren, dass man gewissermaßen noch einmal Zeit mit seinen Lieben verbringen kann.

Dass eine kleine „Dia de Muertos“-Parade auch durch Dortmund zog, liegt an Virginia Novarin und ihren Mitstreitern. Seit einigen Jahren organisiert die Künstlerin, die aus Buenos Aires stammt, Veranstaltungen zum großen mexikanischen Feiertag in Dortmund. Ein wichtiger Impuls kam auch von einem Freund: Josué Partida, Musiker und Dortmunder mit mexikanischen Wurzeln.

2021 war es nun möglich, auch eine kleine Parade auf den Weg zu bringen. Start war am Vinckeplatz, wo es etwas Musik gab und wo Novarin daran erinnerte, dass die Kunst nicht sterben dürfe. Nicht nur Corona bedrohe die Kultur. Auch ansonsten habe die es schwer.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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