Beliebter Weg zur Stadtkrone Ost wird gesperrt – ein „schmerzlicher Weg“ auch für Anwohner

mlzEin Jahr zur Probe

Seit Monaten kämpfen die Bewohner der Gartenstadt für Verkehrsentlastung. Nun testet die Stadtverwaltung eine radikale Lösung – die auch Anwohnern Probleme beschert.

Gartenstadt

, 30.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einem Runden Tisch zum Thema Verkehrs- und Parkproblematik in der südlichen Gartenstadt Anfang September vergangenen Jahres freuen sich die Bewohner auf eine Entzerrung der Situation.

Die ist auch in Sichtweite, hängt aber an einer Verkehrszählung, die vorab stattfinden muss. Elke Baums von der Anwohnerinitiative in der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost wollte nun wissen, wann es vorangehe.


Die Gartenstadt-Bewohner hatten sich Hilfe suchend an die Politik gewandt
, weil der Verkehr in ihrem Viertel immer stärker zunehme. Die Stadtrat-Cremer-Allee, Freiligrath- und Lübkestraße würden als Durchfahrtsweg zur Stadtkrone Ost genutzt und wer an der Stadtkrone arbeite, parke dort kostenlos seinen Wagen.

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Die Verwaltung hatte nach Besprechung mit den Bezirksvertretern der drei betroffenen Stadtbezirke und Anwohnern vorgeschlagen, die Stadtrat-Cremer-Allee und die Stangefolstraße an der Freie-Vogel-Straße für Autos zu sperren und den ruhenden Verkehr durch Parkscheibenpflicht in akzeptable Bahnen zu lenken. „Das ist ein schmerzlicher Weg, auch für die Leute, die dort wohnen“, sagt Winfried Sagolla vom Stadtplanungsamt. Es gebe aber keine andere Lösung.

Schleichverkehr zur Stadtkrone Ost verhindern

Die Absperrung Richtung Stadtkrone Ost soll den unerwünschten Schleichverkehr in das Gewerbe- und Wohngebiet mit vielen Beschäftigten verhindern. Aber auch die Bewohner müssen dann etwa Richtung Hörde, Aplerbeck oder Schüren große Umwege in Kauf nehmen. Dafür sollen aber wesentlich weniger Autos über das Kopfsteinpflaster der denkmalgeschützten Siedlung rattern. Sagolla: „Es gibt immer Gewinner und Verlierer.“

Bevor das Vorhaben umgesetzt werden kann, muss der Auto- und Lkw-Verkehr gezählt werden, um während der einjährigen Probephase einen Vorher-Nachher-Vergleich anstellen zu können. Aus Witterungsgründen seien Zählungen aber erst ab März geplant, lässt die Verwaltung wissen.

Nach der Sperrung wird der Verkehr an den alternativen Strecken gezählt: Max-Eyth-Straße, Lübkestraße, Schwarze-Becker-Straße und vor allem Bunzlaustraße.

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Bezirksbürgermeister Udo Dammer forderte in der BV-Sitzung am 28. Januar nun einen verbindlichen Zeitplan. „Die Situation wird ja nicht besser“, sagte er. Die Eröffnung der Bundesbank-Zentrale werde sicherlich die Lage weiter verschärfen, ebenso der Neubau für die Continentale-Versicherung an der Stadtkrone Ost.

Außerdem sei ein neues Hotel geplant und das Siemens-Nixdorf-Gelände an der B1/Ecke Max-Eyth-Straße solle bebaut werden.

Die Gartenstadt-Initiative meint, das milde Wetter ließe durchaus einen früheren Termin für die Vorab-Verkehrszählung zu. Derzeit allerdings würde die Baustelle an der Schwarzen-Becker-Straße das Bild verfälschen. Sagolla bestätigte: „Wir brauchen ein Zeitfenster ohne Baumaßnahme.“

Vorher-Nachher vergleich soll zeigen, wie gut die Maßnahmen greifen

Der Verkehrsplaner versprach, die Untersuchung in der südlichen Gartenstadt in den Arbeitsplan dazwischenzuschieben, wenn die Baustelle wie geplant am 14. Februar abgebaut ist.

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Im April/Mai könnte dann die Stadtrat-Cremer-Allee und Stangefolstraße dicht gemacht werden, beispielsweise durch Poller oder Blumenkübel. Für den Fall, dass keine städtischen Pflanzkübel zur Verfügung stehen, hat sich Elke Baums bereits in der Stadt nach ungenutzten Kübeln umgesehen. „An Finanzen soll es nicht scheitern, da würde sich die Bezirksvertretung auch beteiligen“, versicherte Udo Dammer.

Nach einem Jahr soll geprüft werden, was die Sperrung gebracht hat und ob die Vorteile überwiegen. Dann könnten die Blumenkübel dauerhaft die Zu- und Auffahrt an der Freien-Vogel-Straße blockieren.

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