Hohe Gema-Gebühren, viele Hürden: „Tag für Lütgen“ wird immer mehr zur Zitterpartie

mlzEhrenamt in Dortmund

Der 38. „Tag für Lütgen“ steht. Doch für die Macher wird es immer schwieriger, diese wichtige Benefizveranstaltung auf die Beine zu stellen. Ihr Blick in die Zukunft ist skeptisch.

Lütgendortmund

, 03.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle treuen Fans der Benefizgala „Tag für Lütgen“ und alle, die davon profitieren, können aufatmen: Die 38. Ausgabe der Traditionsveranstaltung wird stattfinden. Anfang Januar 2020 war das alles andere als sicher.

Reinhard Sack, Vorsitzender der ausrichtenden Interessengemeinschaft (IG) Lütgendortmunder Vereine und Verbände, macht keinen Hehl daraus, wie schwierig es mittlerweile ist, eine Veranstaltung dieser Größenordnung mit einem über vierstündigen Programm allein mit ehrenamtlichen Kräften auf die Beine zu stellen.

Kämpfen müsse die IG an allen Fronten: Die Gema wolle immer mehr Geld haben, die Kosten für die Servicekräfte stiegen, die Vorschriften des Gesundheitsamtes für das Kuchenangebot würden immer strenger und die Mitstreiter aus dem Orga-Team immer älter, so Reinhard Sack.

Hohe Gema-Gebühren, viele Hürden: „Tag für Lütgen“ wird immer mehr zur Zitterpartie

Auch der Shanty-Chor Dortmund wird beim 38. „Tag für Lütgen" wieder auf der Bühne stehen. © Stephan Schütze (A)

Was die Organisation auch nicht leichter macht: „Einige heimische Chöre haben sich aufgelöst, für ihre Auftritte müssen wir erstmal Ersatz finden“, so der IG-Chef. Ein weiteres Problem: Auch das Zuschauerinteresse an dem Programm, das sich vornehmlich an ein älteres Publikum wendet, lasse nach.

In den Anfangsjahren seien 350 bis 400 Besucher gekommen, „im vergangenen Jahr waren es nur noch 250“, so Sack. Dadurch würde natürlich auch der Erlös für den guten Zweck, der sich aus den Eintrittsgeldern (10 Euro/Person) und Spenden zusammensetze, schrumpfen.

Firmen und andere Sponsoren sind nicht mehr so spendabel wie früher

Auch Firmen und andere Sponsoren seien längst nicht mehr so spendabel wie früher. „Anfangs haben wir 10.000 DM eingenommen, zuletzt noch 2000 bis 3000 Euro“, so Sack.

Seit 37 Jahren unterstützt die IG mit Reinhard Sack an der Spitze mit den eingenommenen Geldern die Lütgendortmunder Ferienspiele und Bedürftige aus dem Stadtbezirk. „Zum Beispiel Brand-Opfer“, so Sack.

Hohe Gema-Gebühren, viele Hürden: „Tag für Lütgen“ wird immer mehr zur Zitterpartie

Reinhard Sack (l.) wird mit seinem Vize Peter Bercio durchs Programm führen. © Stephan Schütze (A)

Der wohltätige Zweck sei für ihn und sein Team der große Antrieb, auch gegen alle Widrigkeiten den „Tag für Lütgen“ auf die Beine zu stellen. Trotzdem sagt er mit Blick auf den runden Geburtstag in zwei Jahren: „Ob wir den schaffen, kann ich heute noch nicht sagen. Man wird sehen.“

Für 2020 zumindest ist der „Tag für Lütgen“ in der Heinrich-Böll-Gesamtschule in trockenen Tüchern. Das Programm für den 23. Februar (Sonntag) von 15.30 (Einlass 14.30 Uhr) bis zum großen Finale aller Akteure um 19.40 Uhr ist druckfrisch und kann sich mehr als sehen lassen.

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Tenor Johannes Groß, Comedian Philipp Dammer und Musical-Stars

Folgende Künstler werden auf der Bühne stehen: Solistin Meike Zacke und Tenor Johannes Groß mit Christoph Greven am Flügel, MGV Dorstfeld, Svea Without, MGV Concordia, Tanzsportclub Dortmund-Lütgendortmund, Bauer Heinrich Schulte-Brümmelkamp (Comedy), Philipp Dammer (Comedy und Jongleur), Stars aus dem Musical „Servus Peter“, Shanty-Chor, Solotänzerin Kimberly Michalsky, Kiek es drin und die TSG Dortmund 1999. Alle Künstler treten ohne Gage auf und bekommen ausschließlich eine Aufwandsentschädigung.

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Erwartet werden außerdem das Dortmunder Prinzenpaar Nicole I. und Thomas II. sowie das Dortmunder Kinderprinzenpaar Connor I. und Lucy I. Durch das Programm führen Reinhard Sack und sein Vize Peter Bercio.

Der Eintritt beträgt 10 Euro pro Person.

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