Gibt‘s bald auch in Derne und Kurl die beliebten Bergmann-Ampeln?

mlzZechen-Tradition

Was es in Eving schon lange gibt, könnte auch im Stadtbezirk Scharnhorst bald Realität werden: die Bergmann-Ampeln. Nun gibt es einen Vorstoß in dieser Richtung.

Derne, Kurl

, 16.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Eving gibt es sie schon, nun soll es sie nach dem Willen der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst bald auch im Stadtbezirk Scharnhorst geben: die Ampeln, auf denen freundliche Bergmännchen Fußgängern anzeigen, ob sie warten müssen und gehen dürfen. Ursprünglich sollte der entsprechende Antrag in der Sitzung am 17. März beraten werden. Die Sitzung fällt nun jedoch wegen des Coronavirus aus.

SPD-Fraktionsvorsitzende Karin Heiermann sagt, der Stadtbezirk Scharnhorst habe ja mit den Zechen Gneisenau, Kurl und Scharnhorst eine ebenso große Bergbautradition wie Eving. Da passe es doch gut, wenn zumindest an den Stellen solche Bergmännchen von den Ampeln leuchten würden, an denen es früher Zechen gab. So viele Ampeln gebe es zwar gar nicht, die dafür in Frage kommen würden, aber sie könne sich zum Beispiel die Ampel am Einkaufszentrum in Derne vorstellen oder auch die in Kurl an der Plaßstraße/Ecke Mühlackerstraße.

Aufwertung des Dortmunder Nordens

Auch im Zuge des Nordwärts-Projektes, das einen Wanderweg zwischen der Zeche Gneisenau und Haus Wenge in Lanstrop vorsieht, sei das doch eine hübsche Ergänzung.

So sehen die Bergmann-Ampeln aus, die es schon an einigen Stellen im Ruhrgebiet gibt - unter anderem im Dortmunder Stadtbezirk Eving

So sehen die Bergmann-Ampeln aus, die es schon an einigen Stellen im Ruhrgebiet gibt - unter anderem im Dortmunder Stadtbezirk Eving. © dpa

Es gebe ja sicherlich auch Menschen, die sagen: „Nun hört doch endlich auf mit diesem ewigen Herumreiten auf der Bergbau-Vergangenheit“, so Karin Heiermann, „aber, das könne man vermutlich nur verstehen, wenn man auch tatsächlich in Scharnhorst oder Eving aufgewachsen ist. Die meisten Menschen hier haben doch entweder auf der Zeche oder bei Hoesch gearbeitet.“ Deswegen sei die Bergbautradition noch sehr lebendig. Sie sehe das zum Beispiel auch daran, dass sich für den Förderkreis Zechenkultur Gneisenau in letzter Zeit wieder vermehrt junge Menschen interessieren. „Das scheint sogar mehr zu werden, je weiter die letzten Zechenschließungen zurückliegen“, sagt Karin Heiermann.

„Lediglich ein paar Schablonen müssten ausgetauscht werden“

Allzu teuer sollte die Umrüstungen nicht werden, glaubt die SPD-Politikerin, schließlich müssten nur einige wenige Schablonen ausgetauscht werden.

Einfach war es Mitte 2019 für die Bezirksvertretung Eving dennoch nicht, die Bergmännchen durchzuboxen: Zwar, so teilte die Verwaltung damals der Bezirksvertretung mit, seien die Gründe nachvollziehbar, aber es bestünden „grundsätzliche und vor allem verkehrssicherheitstechnische Bedenken gegen jedwede Modifikation amtlicher Verkehrs- und Lichtzeichen“. Die Stadt befürchtete, sie könnte für Schäden haften, falls Autofahrer, Fußgänger oder Radler die veränderten Ampeln falsch verstehen.

Schließlich lenkte die Verwaltung - auch nach Einschalten von Oberbürgerbürgermeister Ullrich Sierau - aber ein, und Eving erhielt die Bergmann-Ampeln.

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