Kein Abstand, dreckige Räume: Schulleiterin weist Vorwürfe scharf zurück

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Am ersten Schultag nach dem Corona-Shutdown (23.4.) hatten sich manche Schüler über die Zustände am Bert-Brecht-Gymnasium beklagt. Die Stufensprecher stärken jetzt der Schulleiterin den Rücken.

Kirchlinde

, 24.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sabine Schmidt-Strehlau, Schulleiterin des Bert-Brecht-Gymnasiums (BBG) in Kirchlinde, ist enttäuscht. Am Donnerstag (23.4.), dem ersten Schultag nach dem Corona-Shutdown, hatten sich Schüler über die Zustände beklagt.

Die Vorwürfe: Die Klassenräume und Tische seien dreckig gewesen, die Toiletten geschlossen. Zudem habe es nur an einem Eingang Desinfektionsmittel gegeben und nach dem Unterricht hätten sich größere Schülergruppen auf dem Schulhof versammelt.

„Ich finde es schade, dass die Schüler weder mir noch den Lehrern gegenüber geäußert haben, was sie stört“, sagt Sabine Schmidt-Strehlau. „Ich dachte eigentlich, die Kommunikation an unserer Schule wäre so gut, dass die Schüler damit direkt zu uns kommen.“ Erfahren habe sie davon jedoch nur durch die Schulpflegschafts-Vorsitzende und einen Artikel dieser Redaktion.

„Nichts davon ist wahr“

Fast noch schlimmer sei jedoch, dass an den Vorwürfen der Schüler nichts dran sei. „Nichts davon ist wahr“, sagt Sabine Schmidt-Strehlau. „Im Gegenteil: Wir haben alle Standards erfüllt, die wir vorschriftsmäßig erfüllen müssen.“

Derzeit seien zwei Eingänge der Schule geöffnet. Richtig sei, dass es nur an einem davon einen Desinfektionsmittel-Spender gebe – das entspreche jedoch den Vorschriften. Dafür gebe es in jedem Klassenraum und den Toilettenräumen die Möglichkeit, sich regelmäßig mit Seife die Hände zu waschen.

Die Abstände zwischen den Tischen und zum Waschbecken hin seien entsprechend abgemessen worden. „Beim Verteilen von Arbeitsblättern müssen die Lehrer näher an die Schüler heran – sie können die Blätter ja nicht aus eineinhalb Metern Entfernung werfen“, sagt Sabine Schmidt-Strehlau.

Jedoch werde Lehrern wie Schülern bei näherem Kontakt das Tragen von Masken dringend empfohlen – zumal ab Montag (27.4.) vielerorts die Maskenpflicht gilt. Es würden zudem Fotos von den Sitzplänen gemacht, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Größere Schülergruppen habe sie auf dem Schulgelände nicht beobachten können, so die Schulleiterin.

Schule wurde regelmäßig gereinigt

Dass es in der Schule dreckig gewesen sei, kann die BBG-Leiterin nicht bestätigen. Reinigungskräfte hätten das Gymnasium regelmäßig geputzt. Die Abiturienten, die in die Schule kommen, werden in unterschiedlichen Räumen auf zwei Fluren unterrichtet. Am Donnerstag seien jedoch insgesamt nur circa 60 bis 70 von 118 Abiturienten anwesend gewesen.

„Wer in die Schule kommt, kommt freiwillig“, sagt Sabine Schmidt-Strehlau. „Und wir möchten hier eigentlich Hysterie und Angst verhindern.“ Ein den Umständen entsprechend angenehmes Lernklima bestätigen trotz aller Kritik auch die Schüler. „Die Lehrer setzen sich sehr dafür ein“, sagte am Donnerstag ein Schüler, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte.

Stufensprecher stärken Schulleiterin den Rücken

Die Stufensprecher Vuslat Kulik und Hanja Peuschel finden indes deutlichere Worte. „Wir stellen uns ganz klar hinter unsere Schulleiterin Frau Schmidt-Strehlau“, sagen die Stufensprecher. „Sie sorgt nicht nur dafür, dass wir uns nicht anstecken und dass es uns gut geht, sondern heitert uns auch mit sehr lieben E-Mails auf.“

Es habe zudem eine Entschuldigung im Namen aller Abiturienten gegeben, weil die Einschätzung mancher Schüler negativer gewirkt habe als beabsichtigt. „Die Kritik sollte wenn dann den Entschlüssen des Ministeriums gelten und keineswegs unserer Schule oder Schulleitung.“

Vuslat Kulik und Hanja Peuschel betonen, dass die negative Einstellung vor allem von Ängsten und Sorgen beeinflusst sei, die derzeit viele Schüler plagen. „Viele von uns befürworten eine so frühe Schulöffnung nicht und stehen unserem eigenen Schulbesuch auch skeptisch gegenüber.“

Im BBG selbst sei jedoch alles den Umständen entsprechend bestmöglich geregelt worden.

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