Das Landgericht in Dortmund © Dieter Menne (Archivbild)
Psychisch Kranke vor Gericht

Beschuldigte in Hausflurbrand-Prozess zu Zeugin: „Du lügst doch!“

Eine 40-jährige Frau soll im Mai in Benninghofen mehrere Hausflur-Brände gelegt haben. Sie gilt als psychisch krank und schuldunfähig - und lässt das vor Gericht auch jeden deutlich spüren.

Seit ihrer vorläufigen Festnahme wird die Beschuldigte in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik behandelt. Großartige Erfolge hat die dortige Therapie allerdings offensichtlich noch nicht vorzuweisen.

Als das Dortmunder Landgericht am Dienstag eine ehemalige Nachbarin der 40-Jährigen als Zeugin vernahm, schaffte es die Frau nur wenige Minuten lang, sich zu beherrschen. Danach platzte es immer wieder aus ihr heraus.

„Du lügst doch“, herrschte sie die Zeugin an. „Der liebe Gott sieht alles, was du tust. Du hast geschworen, hier die Wahrheit zu sagen und erzählst trotzdem so einen Mist.“

Brandstiftungen in Benninghofen

Der Vorsitzende Richter Dirk Kinietz brauchte mehrere Anläufe, um der Beschuldigten klarzumachen, dass sie auch von der weiteren Verhandlung ausgeschlossen werden könnte, sollte sie die anderen Beteiligten weiterhin nicht ausreden lassen. Doch auch diese Ansage schien nur wenig Eindruck bei der psychisch kranken Frau zu hinterlassen.

In dem Prozess geht es um mehrere Vorfälle am 7. Mai in Benninghofen. Nacheinander soll die Frau in zwei nebeneinander stehenden Mehrfamilienhäusern Feuer im Hausflur gelegt haben. Fußmatten, Schuhe und auch ein Kinderwagen wurden dabei zerstört. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll die Frau dauerhaft in die Psychiatrie.

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