Am Hauptfriedhof in Dortmund gab es Beschwerden über eine Trauerfeier mit angeblich mehreren hundert Teilnehmern. © Dieter Menne (Archivbild)
Hauptfriedhof

Beschwerde wegen hunderter Trauergäste: Was ist auf Friedhöfen erlaubt?

Eine Trauerfeier mit möglicherweise mehreren hundert Teilnehmern hat am Hauptfriedhof Aufsehen erregt. Es stellt sich die Frage: Was ist eigentlich bei Bestattungen erlaubt?

Eine Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof beschäftigte am Donnerstag (10.12.) Polizei und Ordnungsamt. Bei der Polizei ging gegen 13.15 Uhr eine Beschwerde ein, dass bis zu 400 Personen am Hintereingang des Friedhofs wild parken würden und sich auf dem Gelände des Friedhofs aufhalten würden.

Eine Information über das bis zur Leni-Rommel-Straße im Stadtteil Brackel bemerkbare „Verkehrschaos“ erreichte auch diese Redaktion.

Die Polizei verständigte das Ordnungsamt. Dieses bestätigte die Meldungen allerdings nicht. Stadtsprecher Maximilian Löchter sagt: „Vor Ort konnte konnte durch unser uniformiertes Team des Kommunalen Ordnungsdienstes gegen 14 Uhr kein Verkehrschaos festgestellt werden.“

Alle hielten sich an die Regeln

Auf dem Friedhof selbst waren laut Löchter mehrere Personen zu erkennen, die an einer Beisetzung teilnahmen. „Alle trugen eine Mund-Nasen-Bedeckung und hielten Abstand zueinander.“ Die Zahl von „300-400 Trauergästen“ kann das Ordnungsamt nicht bestätigen.

Damit erfüllten sie die aktuell in Dortmund geltenden Vorgaben für Bestattungen . Denn für die Teilnehmerzahl von Trauerfeiern gibt es in der aktuellen Corona-Schutzverordnung und in deren Entsprechung bei den städtischen Friedhofsbetrieben keine Beschränkung. Das gilt zumindest für alles, was unter freiem Himmel passiert.

Ab 25 Teilnehmern besteht Maskenpflicht

Auf der Homepage der Dortmunder Friedhöfe heißt es: „Nehmen mehr als 25 Personen teil, besteht – unabhängig von der Einhaltung eines Mindestabstands – die Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske.“

Bei Beerdigungen muss unter freiem Himmel ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu allen anderen Personen eingehalten werden. Nur nahe Angehörige dürfen den Mindestabstand unterschreiten.

In den Trauerhallen ist die Zahl der Sitzplätze beschränkt, hier müssen Name, Adresse und Telefonnummer für die Rückverfolgbarkeit erfasst werden.

Die Erfahrungen von Dortmunder Bestattern zeigen, dass viele Menschen in der aktuellen Situation die Zahl der Gäste bei Trauerfeiern stark reduzieren. Ende November war eine unter freiem Himmel geplante Gedenkfeier für den am 9.11. gestorbenen Musiker Fred Ape kurzfristig in eine digitale Veranstaltung geändert worden.

Regeln für Beerdigungen haben sich schon mehrmals geändert

In den vergangenen Monaten haben sich die Regeln für Beisetzungen mehrmals geändert. Zu Beginn der Pandemie war das Abschiednehmen nur im engsten Kreis möglich. Später wurden diese Regeln wieder gelockert.

Die aktuelle Corona-Schutzverordnung gilt bis zum 20. Dezember. Änderungen für die Zeit danach sind möglich.

Mehrfach hatten im Ruhrgebiet in den vergangenen Monaten Beerdigungen mit mehreren hundert Teilnehmern für Diskussionen gesorgt, etwa in Castrop-Rauxel oder in Essen.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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