Der in Lücklemberg aufgegriffene Schafsbock, den Arche90 Karlchen nennt, heißt eigentlich Mick. © Arche90
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Besitzer gefunden: Darum ist der Ausreißer-Schafsbock ausgebüxt

Jetzt ist klar, woher der Ausreißer-Schafsbock kommt. Die Tierschutzorganisation Arche90 hat seinen Besitzer gefunden. Und der hat eine Vermutung, warum das Tier die Biege gemacht hat.

Karlchen hat die Dortmunder Tierschutzorganisation Arche90 den Skuddenbock mit dem imposanten Gehörn getauft. Doch Karlchen heißt eigentlich Mick und gehörte auf eine Weide in Dortmund-Lücklemberg.

Weil das Tier aber am Dienstagvormittag (25.5.) herren- und herdenlos durch den Ortsteil streunte, riefen Nachbarn die Polizei. Mitarbeiter von Arche90, die zufällig vor Ort waren, nahmen den Schafsbock in ihre Obhut, brachten ihn in einer Pflegestelle unter und machten sich auf die Suche nach dem Besitzer.

Micks Halter ist Dr. Martin Krämer. Er hat den Skuddenbock am Mittwochmorgen bei der nächsten Wache als vermisst gemeldet. Und nicht nur ihn; denn auf der Weide stand ein zweiter Skuddenbock, der ebenfalls verschwunden war. „Ein Tier bleibt nie allein auf der Weide“, sagt der Besitzer.

Kein Bock auf Herrengesellschaft

Es war aber nicht die Polizei, die Krämer und Arche90 zusammenführte. Auch dass die Arche über die Medien nach dem Schafsbock-Besitzer suchte, hat Krämer nicht mitbekommen. Doch die Arche-Mitarbeiter machten sich auch selbst auf die Pirsch. „Wir sind durch die ganze Gegend gefahren und haben nach einem Skuddenhalter gesucht“, berichtet Arche-Sprecherin Gabi Bayer.

Weil es in Lücklemberg nur einen Skuddenhalter gibt, stieß Arche90 schließlich auf Dr. Martin Krämer. Er habe seit einem Dreivierteljahr versucht, Mick zu verkaufen, doch das einzige Angebot sei aus Mecklenburg-Vorpommern gekommen, sagte Krämer gegenüber der Redaktion: „Und die wollten ihn nur nehmen, wenn ich den Bock vorbeibringe.“

Krämer hat aufgrund seines wahren Lämmersegens aktuell eine Skuddenherde von 35 Tieren, die er zur extensiven Weidehaltung nutzt. Die beiden Schafsböcke seien von der Herde getrennt worden, um Inzucht zu vermeiden.

„Das hat denen wohl nicht gefallen. Sie wollten zurück zu ihren Damen. Auf Herrengesellschaft haben sie es nicht so abgesehen“, vermutet er. Möglicherweise hätten auch Hunde die Tiere beunruhigt.

Neues Zuhause gesucht

15 Tiere, vor allem Jungböcke, müssten in den nächsten zwölf Monaten die Herde verlassen, sagt der Besitzer; denn Futter für mehr gäben die Weiden nicht her.

Arche90 hat Mick für 50 Euro gekauft und ihn so wohl vor dem Schlachter gerettet. Doch auch Arche90 sucht nun ein neues Zuhause für das Tier. Den zweiten Schafsbock hat übrigens die von Anwohnern alarmierte Feuerwehr auf der Kirchhörder Straße eingefangen. „Der kann auch nicht hier bleiben“, sagt Krämer.

Er hätte nicht gedacht, dass es so schwierig sei, einen Abnehmer für die Skuddenschafe zu finden, zumal es sich um Herdenbuchtiere und eine alte preußische Landschafrasse handle. Man sollte sie mindestens zu zweit halten – und wenigstens 1000 Quadratmeter Grasland haben.

Kontaktdaten

Neues Zuhause gesucht

  • Wer sich für Mick interessiert, kann sich bei Arche90 melden
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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