Blut-Flaute in Dortmund: Klinikum will Spendern Corona-Angst nehmen

mlzUngewöhnliche Urlaubs-Aktion

Corona plus Urlaubszeit - das ist keine gute Kombination für das Klinikum Dortmund: Die Blutspender bleiben aus. Um doch noch Spender zu locken, hat sich das Klinikum etwas einfallen lassen.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 30.06.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass dem Klinikum Dortmund gerade in den Sommermonaten das Blut ausgeht - daran ändert auch der Vampir nichts, der alle potenziellen Spender an der Eingangstür des Klinikums Dortmund mit spitzem Zahn in Empfang nimmt.

Diese sommerliche Blut-Flaute sei darin begründet, dass die Menschen in den Ferien mehr mit Urlaub beschäftigt seien als mit dem Besuch eines Krankenhauses, sagt Lisa Müller aus der Unternehmenskommunikation des Klinikum Dortmund.

Mit der Corona-Krise komme nun aber noch der zusätzliche Angstfaktor dazu, der Menschen davon abhalte, sich für eine Blutspende ins Krankenhaus zu begeben. Müller sieht diesen Trend mit Sorge.

Benötigte Blutmenge übersteigt die gespendeten Blutkonserven

„Die im Krankenhausalltag benötigte Blutmenge übersteigt nach wie vor die Anzahl der gespendeten Blutkonserven", so Müller. Das sei gerade im Sommer immer wieder der Fall, trotzdem aber ein Zustand, an dem sich dringend etwas ändern müsse.

„Krempelt die Ärmel hoch! Einer reicht schon.“ Dieses Statement unterstützt die Vampir-Figur im Eingang des Klinikum Dortmund voll und ganz.

„Krempelt die Ärmel hoch! Einer reicht schon.“ Dieses Statement unterstützt die Vampir-Figur im Eingang des Klinikum Dortmund voll und ganz. © Daniel Reiners

Mit der Aktion „Urlaubsfeeling trotz Corona" möchte das Klinikum Dortmund der Blut-Flaute nun bis zum 3. Juli entgegenwirken - und zwar optisch, akustisch und kulinarisch.

Blutspende unter Palmen

Und so soll das funktionieren:

Schon beim Betreten des Klinikums gefriert so manchem Besucher das Blut in den Adern, denn begrüßt werden die Spender von einem Vampir. Vor der Tür dritten Etage, der Blutspende-Etage, beruhigt dann wieder ein leises, angenehmes Rauschen - wie am Meer. Im Spende-Raum stehen dann die Liegen zum Blut abnehmen - der regelmäßige Spender kennt das wohl.

Vom 29. Juni bis einschließlich 3. Juli gibt es hier aber einen großen Unterschied: Es hängt ein Schild über jeder Liege: „Willkommen auf Rhodos“, steht da zum Beispiel. Oder ein schlichtes: Lächeln! Und eine Liege weiter, neben einer Papier-Palme: „Willkommen auf Ibiza“.

Zum Zeitpunkt unseres Besuches war es leer auf den zu „Strandliegen" umfunktionierten Blutspendeliegen. Auch hier hörte man das Meeresrauschen, und tatsächlich, es war angenehm.

„Eben war noch ein ganzer Stoß Menschen da", erzählte mir eine zuständige Mitarbeiterin. „Jetzt können wir mal kurz verschnaufen und ein bisschen dem Rauschen lauschen. Darf ich Ihnen einen Cocktail anbieten?“ „Plasma Colada oder Plasmapolitan“ heißen zwei der Angebote, die alkoholfrei sind und auf Wunsch während jeder Spende an die Liege gereicht werden.

Passend zur musikalischen und optischen Atmosphäre sollte auch im kulinarischen Sinne alles davon ablenken, worum es eigentlich geht und vorauf der Vampir am Eingang schon hinwies - nämlich Blut zu lassen.

Erstspender brauchen einen Termin im Voraus

Wer als Erstpender kommt, muss während der Coronazeit erst eine Anmeldung durchlaufen.

Die junge Spenderin, die sich auf Liege „Ibiza“ eingerichtet hatte, wirkte sichtlich entspannt. „Klar, knipsen Sie ein Bild“, sagte sie, machte die Augen zu und träumte sich weg.

Die Urlaubsfeeling-Aktion läuft noch bis zum 3. Juli. Spenden darf jeder Erwachsene zwischen 18 und etwa 68 Jahren, der über 50 Kilo wiegt. Nach jeder Vollblut-Spende wird eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro gewährt.

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Die Spendenzeiten sind montags und freitags von 8 bis 16 Uhr, dienstags bis donnerstags von 8 bis 19 Uhr sowie samstags (nach Terminvereinbarung) von 8 bis 14 Uhr.

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