Besonderes Dortmunder Denkmal wird der breiten Masse zugänglich

mlzVHS-Umzug

Der alte Löwenhof hat ausgedient. Wegen statischer Probleme musste die VHS das historische Gebäude räumen. Aber auch das neue VHS-Domizil ist ein Denkmal - sogar ein ganz besonderes.

Dortmund

, 23.02.2020, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer im neuen Forum der Dortmunder Volkshochschule (VHS) steht, fühlt sich in einen Science-Fiction-Film aus den 1970er versetzt. Wie Raumkapseln wirken die runden, gläsernen Kanzeln, die im Obergeschoss in den Raum ragen. Sie sind typische Elemente der 70er-Jahre-Architektur, die das Bankgebäude an der Kampstraße zum baugeschichtlich jüngsten Denkmal der Stadt machen.

Für Beratungen sollen die schallisolierten Kapseln genutzt werden - eine Besonderheit der 1970er-Jahre Architektur.

Für Beratungen sollen die schallisolierten Kapseln genutzt werden - eine Besonderheit der 1970er-Jahre Architektur. © Stephan Schütze

Der Ostflügel des futuristisch wirkenden Gebäudes, das nach Plänen des Architekten Helmut Deilmann Mitte der 1970er-Jahre für die Westdeutsche Landesbank (WestLB) gebaut wurde, ist schon vor einigen Jahren zum Ärztezentrum DOC umgebaut worden. Der westliche Teil, der ehemals von der Dresdner Bank und zuletzt von der Commerzbank genutzt wurde, ist nun zum Büro- und Geschäftshaus umgebaut worden.

Das frühere Bankgebäude an der Kampstraße steht seit 2011 unter Denkmalschutz.

Das frühere Bankgebäude an der Kampstraße steht seit 2011 unter Denkmalschutz. © Stephan Schütze

Mehr als 25 Millionen Euro hat Immobiliengruppe von Maximilian Jaber in die denkmalgerechte Sanierung investiert. Und das Gute ist: Erstmals kann nun auch die breite Öffentlichkeit die ganz besondere Architektur kennenlernen. Denn Hauptnutzer ist die Volkshochschule Dortmund.

Eigentümer Maximilian Jaber (3.v.l.) übergab den symbolischen Schlüssel für die Kampstraße 47 an Stadtdirektor Jörg Stüdemann (l.) und die Vertreter der verschiedenen Ämter, die das Haus nutzen.

Eigentümer Maximilian Jaber (3.v.l.) übergab den symbolischen Schlüssel für die Kampstraße 47 an Stadtdirektor Jörg Stüdemann (l.) und die Vertreter der verschiedenen Ämter, die das Haus nutzen. © Stephan Schütze

Die hat mit denkmalgeschützten Gebäuden zuletzt eher negative Erfahrungen gemacht. Denn das alte VHS-Domizil, der historische Löwenhof an der Hansastraße, kann schon seit 2015 nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden. Es gibt statische Probleme. Seitdem muss die VHS diverse Gebäude in der Stadt nutzen.

Unterrichtsräume und Vortragssäle

Erst jetzt gibt es wieder einen zentralen Ort für Veranstaltungen. Das frühere Bankgebäude an der Kampstraße 47 bietet gut 20 Unterrichtsräume und zwei große Vortragssäle mit Platz für bis zu 199 Personen. Dazu kommen eine große Lehrküche, in der es sogar eine spezielle Küchenzeile für Kinder gibt, und das Forum, das auch für Ausstellungen genutzt werden kann.

170 Quadratmeter groß ist die neue VHS-Lehrküche im Gebäude an der Kampstraße.

170 Quadratmeter groß ist die neue VHS-Lehrküche im Gebäude an der Kampstraße. © Stephan Schütze

Die futuristschen, besonders schallgedämmten Raumkapseln, die an die Galerie-Ebene des Forums „angedockt“ sind, wurden in alten Bank-Zeiten für Beratungsgespräche genutzt. Und so soll es wohl auch bleiben, deutet VHS-Direktor Roderich Grimm an. Auch wenn es bei den Beratungen dann nicht mehr um Geld, sondern um Weiterbildung geht.

Die rund 40 Mitarbeiter der VHS-Verwaltung haben ihre Büros schon seit einiger Zeit an der Kampstraße. Die Seminare folgen nach den Osterferien.

Neubau für VHS geplant

Das alte Bankgebäude ist für die VHS aber nur ein Domizil auf Zeit. In den nächsten Jahren soll für die Volkshochschule ganz in der Nähe der Kampstraße, an der Ecke Königswall/Brinkhoffstraße, ein Neubau entstehen, der das alte Gebäude der Emschergenossenschaft mit einbezieht.

Über einen Planungswettbewerb mit 17 Entwürfen verschiedener Architekturbüros wird im März entschieden. In vier bis fünf Jahren könnte der Neubau, in dem auch das zurzeit heimatlose Kochbuchmuseum untergebracht werden soll, dann stehen.

Die Kampstraße 47 bleibt dann trotzdem eine städtische Adresse. Denn neben der VHS-Verwaltung ziehen hier bis Ende März auch das Amt für Stadterneuerung, die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes und die Abteilung vorbeugender Brandschutz der Feuerwehr und das betriebliche Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement ein - insgesamt 250 städtische Mitarbeiter.

Die Stadt hat für sie 12.000 Quadratmeter, davon 3000 Quadratemter als Schulungsbereich, für 15 Jahre angemietet.

Der Löwenhof an der Hansastraße hat als VHS-Domizil ausgedient.

Der Löwenhof an der Hansastraße hat als VHS-Domizil ausgedient. © Stephan Schütze

Aber auch die alte VHS-Zentrale im Löwenhof will die Stadt nicht aufgeben. Der Löwenhof soll in einigen Jahren ebenfalls zu einem Bürogebäude umgebaut werden.

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