Die Thier-Galerie muss was tun, um relevant zu bleiben, meint unser Autor. © Stephan Schütze
Meinung

Betreiber und Stadt müssen Thier-Galerie sichern – vielleicht mit Mini-Baumarkt?

Noch geht es der Thier-Galerie halbwegs gut. Aber wie lange noch? Betreiber und Stadt müssen sich etwas einfallen lassen, um sie zukunftsfähig zu machen. Vielleicht mit Wellness und einem Baumarkt?

Mit der Eröffnung der Thier-Galerie im September 2011 hat Dortmunds City einen Magneten bekommen. Seitdem liefert das ECE-Einkaufszentrum seinen Beitrag, die City (und Dortmund insgesamt) als Oberzentrum fürs Umland zu stärken und die Besucherzahlen zu erhöhen.

Im zehnten Jahr der Thier-Galerie haben nun viele namhafte Marken und Geschäfte ihre Verträge verlängert. Das ist zunächst mal ein dicker Pluspunkt für das Center. Dennoch geht die Krise für Teile des stationären Handels, ausgelöst durchs boomende Online-Geschäft und Corona, auch an der Thier-Galerie nicht spurlos vorbei.

ECE, größter europäischer Betreiber von Shopping-Centern, und Hausherr in der Thier-Galerie, reagiert auf die Entwicklung: Man prüfe alle bestehenden Center, ob man alternative Nutzungen zum Handel ansiedeln könne, gab ECE-Chef Alexander Otto bereits 2019 in einem Interview mit „Zeit Online“ zu Protokoll.

Viele setzen auf Mischkonzepte

Ende 2020 gab es dann auch die Bitte an die Stadt, die einzelnen Sortimente in der Thier-Galerie künftig etwas flexibler händeln zu dürfen. Also beispielsweise mehr Verkaufsfläche für Kleidung zuzulassen – und im Gegenzug etwa bei Elektronik und Multimedia abzuspecken. Die Frage ist nur, ob diese (kleinen) Korrekturen für die Zukunft reichen?

Andere Center setzen längst auf gemischte Konzepte. In Bremen ist es ein Trampolinpark, in der Hamburger Europa-Passage sind es mietbare Büros und Schreibtische (Co-Working-Flächen). Wieder andere setzen auf zusätzliche Dienstleistungen.

Ein Baumarkt im Kleinformat

Auch in der Thier-Galerie wird über neue Angebote und Sortimente wie etwa Wellness und Gesundheit nachgedacht. Und warum sollte es nicht möglich sein, auch kleine Handwerksbetriebe mit geringen Lärmemissionen anzusiedeln?

Was wäre in der Thier-Galerie wohl los, wenn dort beispielsweise ein Baumarkt im Kleinformat einziehen würde? Alles Ideen und Vorschläge, die bereits für den Westenhellweg in die Runde geworfen wurden. Warum nicht auch in der Thier-Galerie – selbst, wenn dafür der Bebauungsplan geändert werden müsste?

Mehr Flexibilität und Offenheit für neue Konzepte – das muss in Zukunft auch für das Einkaufscenter gelten. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn ein Magnet im Laufe der Zeit an Wirkung einbüßt. Schließlich gibt es ja die Möglichkeit, ihn aufs Neue zu magnetisieren. Dortmunds „City der Zukunft“ kann dabei nur gewinnen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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