Das Pflaster auf dem Oberarm zeigt es: Wilo hat mit dem Impfen der Beschäftigten begonnen. Seit Wochen ist am Firmensitz im Wilopark in Hörde die Impfstraße startbereit und seit Montag (7.6.) dürfen nun die Betriebsärzte hier - wie in allen anderen Unternehmen auch - impfen. © Wilo/Roland Baege
Corona-Pandemie

Betriebsärzte impfen jetzt mit: So läuft der Start in den Unternehmen

Ab sofort können auch Betriebsärzte mitimpfen. Einige Dortmunder Unternehmen haben eigene Impfzentren eingerichtet. Zum Start war die Freude am Montag (7.6.) allerdings gedämpft.

Mit der bundesweiten Aufhebung der Impfpriorisierung können sich alle Impfwilligen nun um einen Impftermin kümmern – und auch die Betriebsärzte dürfen ab sofort mitimpfen.

Mehrere große Unternehmen haben auf diesen Tag, den 7. Juni 2021, hingefiebert und eigene Impfstraßen aufgebaut, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter endlich auch selbst durch die Betriebsärzte impfen lassen zu können.

Der Pumpenhersteller und Technologiespezialist Wilo beispielsweise hat seine Impfstraße im Wilopark in Hörde bereits vor Wochen startklar gehabt. Jetzt sollte es endlich losgehen.

44 Dosen von Biontech bei Wilo verimpft

Der Start um 8.30 Uhr an diesem Montagmorgen war dann jedoch ernüchternd. „Wir konnten lediglich 44 Dosen des Biontech-Impfstoffes verimpfen“, sagt Wilo-Sprecher Klaus Hübscher.

„Jede Spritze, die verimpft wird, ist gut. Wir sind schon lange nicht mehr euphorisch“, ergänzt Dr. Georg Fölting, Standortleiter bei Wilo in Hörde. In der nächsten Woche rechnet er mit etwas mehr Impfstoff: „Aber wir können keine Wunder erwarten.“

200 Mitarbeiter könnten von den Betriebsärzten bei Wilo pro Tag geimpft werden. Im Moment ist an solch eine Impfquote nicht zu denken. „Wir ermutigen unsere Beschäftigten, nicht zu warten, sondern auch eine andere Impfgelegenheit, die sich vielleicht ergibt, zu nutzen“, so Georg Fölting.

Noch gibt es keinen zeitlichen Druck für das Unternehmen. Wilo will sich die Infrastruktur für das Impfen einige Zeit leisten. „Wir müssen nicht in vier Wochen durch sein“, meint Georg Fölting. Er sagt aber auch: „Wir nutzen für die Impfstraße Produktionsflächen, auf denen irgendwann auch mal wieder Produktion stattfinden soll.“

Signal Iduna verschiebt den Impfstart für die 2000 Beschäftigten

Gar nicht erst gestartet ist man bei der Versicherungsgruppe Signal Iduna. „Wir haben alle Vorkehrungen getroffen und unsere Impfstraße am Alten Mühlenweg schon seit drei Wochen eingerichtet, aber es fehlt der Impfstoff. Wir hätten gerne sofort angefangen“, sagt Unternehmenssprecher Edzard Bennmann.

Man stand am Montagmorgen erstmal mit leeren Händen da. Die 2000 Beschäftigten in Dortmund müssen sich weiter gedulden. 400 Impfdosen sollen im Laufe dieser Woche zur Verfügung stehen. „Damit geht es dann am Samstag los. Über ein elektronisches Terminvergabeverfahren können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anmelden“, so Edzard Bennmann.

Gähnende Leere herrscht auch noch im großen Werksaal von DSW21 an der Von-den-Berken-Straße. Hier hat die Stadttochter für alle Beschäftigten aus der kommunalen Unternehmensgruppe (von Donetz über die Dogewo bis zur Flughafen-Gesellschaft) das nach dem öffentlichen Impfzentrum auf Phoenix-West zweitgrößte Impfzentrum der Stadt aufgebaut. Gut 400 Personen könnten hier am Tag geimpft werden.

DSW21: „In den ersten zwei Wochen braucht es Geduld“

„Wir würden gerne starten, aber wir haben noch keine Impfstoffzusage“, sagt DSW21-Sprecher Frank Fligge. Wenn es gut laufe, könnten in dieser Woche 200 Beschäftigte geimpft werden. Am Donnerstag oder Freitag (10./11.6.) soll es losgehen. „Wir werden intern nicht mehr priorisieren. Jeder kann über einen Registrierungslink einen Termin buchen. Ich denke, in den ersten zwei Wochen braucht es Geduld“, so Frank Fligge.

Die Prävent GmbH, hier der Firmensitz am Helenenbergweg in Dortmund, ist als medizinischer Dienstleister der Partner von DSW21 beim Betrieb des Impfsaals21. Den hat das städtische Tochterunternehmen im Werksaal an der Von-den-Berken-Straße eingerichtet. Die Betriebsärzte der Prävent GmbH sind bereit, es fehlt ihnen allerdings der Impfstoff.
Die Prävent GmbH, hier der Firmensitz am Helenenbergweg in Barop, ist als medizinischer Dienstleister der Partner von DSW21 beim Betrieb des Impfsaals21. Den hat das städtische Tochterunternehmen im Werksaal an der Von-den-Berken-Straße eingerichtet. Die Betriebsärzte der Prävent GmbH sind bereit, es fehlt ihnen allerdings der Impfstoff. © Prävent GmbH © Prävent GmbH

Drei – bei Bedarf sogar vier – Impfstraßen stehen bei DSW21 zur Verfügung und werden von der Prävent GmbH aus Barop als medizinischem Dienstleister betreut. „Es freut uns, dass wir mit unseren Betriebsärzten endlich arbeiten können“, sagt Henrik Fibbe von der Prävent GmbH.

Laut Bundesgesundheitsministerium sollten die Betriebsärzte in ganz Deutschland in dieser Woche ohnehin schon nur 702.000 Impfdosen – ausschließlich von Biontech – bekommen. Gedeckelt war die Bestellmenge auf 804 Dosen pro Betriebsarzt. „Es hat sich aber schon vorige Woche abgezeichnet, dass die maximal 804 Dosen pro Arzt nicht lieferbar sind und nur eine sehr begrenzte Anzahl an Impfdosen zur Verfügung stehen würde“, so Henrik Fibbe.

IHK: „Mangel an Impfdosen ist bedauerlich“

Nur gedämpfte Freude herrscht angesichts des anhaltenden Impfstoffmangels auch bei der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund. „Die IHK-Organisation hat bereits seit längerem gefordert, dass große Potenzial der Betriebsärzte zu nutzen, um den Beschäftigten ein niedrigschwelliges, arbeitsplatznahes und freiwilliges Impfangebot machen zu können und den Impfprozess zu beschleunigen“, Wulf-Christian Ehrich, der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer.

Der aktuelle Mangel an Impfdosen sei natürlich bedauerlich und hoffentlich nicht von Dauer, sagt Ehrich. „Allerdings wissen wir“, so ergänzt er, „dass Impfungen auf betrieblicher Ebene grundsätzlich hohe Akzeptanz genießen und von den Beschäftigten gerne genutzt werden. Gemeinsam mit den anderen Spitzenverbänden der Wirtschaft gibt die IHK-Organisation viele Tipps zum Impfmanagement in den Betrieben.“

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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