Betrüger bietet fiktives Auto zum Kauf an

Fälle in Dortmund und Bochum

Die Bochumer Polizei sucht einen vermeintlichen Gebrauchtwagenverkäufer. Er soll eine Frau mit einer verbreiteten Masche um 1900 Euro betrogen haben. Der Mann könnte auch für Betrugsfälle in Dortmund verantwortlich sein.

DORTMUND

von Sinan Sat

, 16.02.2016, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Polizei fragt: Wer kennt diesen Mann?

Die Polizei fragt: Wer kennt diesen Mann?

"Gebrauchter VW Polo zu verkaufen, Preis 1900 Euro", mit solch einem Inserat auf einer Internetseite lockte ein bisher unbekannter Betrüger eine Frau aus Ungarn in die Falle. Als sie sich für den Kauf des Kleinwagens entschied, überredete der vermeintliche Gebrauchtwagenverkäufer die Frau dazu, das Geld zwecks Bonitätsnachweises auf ein "Moneygram"-Konto zu überweisen. Wenn alles in Ordnung sei, könne die Autoübergabe in Stuttgart stattfinden, lautete die Vereinbarung zwischen Verkäufer und Kundin. Nach Auskunft der Polizei überwies die Ungarin dann das Geld auch. Doch kaum war es auf das Konto eingezahlt, reagierte der Verkäufer nicht mehr auf die Kontaktversuche der Frau. Wenige Stunden nach ihrer Überweisung wurde das Geld in Bochum abgeholt. Als die Frau bemerkte, dass ihr Geld abgehoben worden war, erstattete sie Anzeige bei der Polizei Bochum.

Fälle in Bochum und Dortmund

Wie genau der Betrüger an die Daten gekommen ist, die nötig sind, um das Geld abzuheben, will die Polizei nicht verraten. Die Beamten wollen potenziellen Nachahmern nicht noch eine genaue Betrugsanleitung an die Hand geben, heißt es auf Nachfrage. Die Recherchen der Behörde ergaben dann, dass bereits mehrfach Kunden auf diese Betrugsmasche hereingefallen sind. Neben dem aktuellen Fall aus Bochum nannte die Polizei ein Beispiel aus Dortmund, bei dem ein vermeintlicher Gebrauchtwagenverkäufer seinen Kunden auf die selbe Art betrogen haben soll. Ob es sich bei den Taten um den selben Betrüger handelt, ist bisher noch nicht klar.

Allerdings sehen sich die Männer auf den Fahndungsfoto zumindest ähnlich. Im Dortmunder Betrugsfall' tag=' hob der Unbekannte am 15. Oktober 2014 das Geld in einer Postfiliale in Huckarde ab. Das gewünschte, besonders günstige Auto erhielt der geprellte 20-Jährige jedoch nie.

Vorsicht walten lassen

Die Ermittler hoffen nun, durch die Veröffentlichung eines Fahndungsfotos neue Erkenntnisse zu gewinnen. Denn der Mann, der am 16. Oktober 2015 die 1900 Euro von dem Moneygram-Konto abgehoben hat, wurde von einer Kamera der Bochumer Filiale am Südring gefilmt. Das Foto wurde erst jetzt von der Staatsanwaltschaft zur Veröffentlichung freigegeben.

Polizeisprecher Oliver Peiler rät bei privaten Geschäften - vor allem über das Internet - zu einer gesunden Portion Misstrauen. Wer eine Luxusuhr, ein Auto oder eine Immobilie kaufen will, aber nicht viel mehr als ein Foto von der Ware gesehen hat, sollte keine großen Summen Bargeld überweisen oder überreichen. "So ein Foto kann man überall herbekommen", sagt Peiler.

Das ermittelnde Bochumer Kommissariat KK 15 bittet unter den Rufnummern Tel. (0234) 9 09 46 55 oder -44 41 (Kriminalwache) um Täterhinweise.

 

 

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