Dreiste Betrüger in Dortmund unterwegs: Bestellungen auf Kosten ahnungsloser Anwohner

mlzBestellbetrug

Sie heißen Schulz, Schneider oder Müller – angeblich zumindest. Bestellbetrüger sind in Dortmund unterwegs. Wo sie kürzlich gesichtet wurden, wie sie vorgehen und was die Polizei rät.

Dorstfeld

, 28.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Leerstehende Wohnungen und Häuser sind ein Paradies für Bestellbetrüger. Für die Nachbarn kann das allerdings in einer Katastrophe enden – und ganz schön teuer werden, genauso wie für Paketboten und -dienste.

„Das Kommissariat, das sich um Betrugsdelikte kümmert, berichtet von zahlreichen Fällen“, sagt die Dortmunder Polizei-Sprecherin Cornelia Weigandt. „Allerdings werden sie häufig zu spät gemeldet oder gar nicht.“

Eine Anwohnerin der Straße Fine Frau in Dorstfeld hat sich nun auf Facebook zu Wort gemeldet. „Seit einiger Zeit gehen in der Fine Frau Paketbetrüger um“, schreibt sie dort.

So gehen die Bestellbetrüger vor

Sie habe beobachtet, dass Fremde professionell gearbeitete Namensschilder auf Klingeln leerer Wohnungen an der Straße Fine Frau geklebt haben. „Leichert“ oder „Albrecht“ habe dort beispielsweise gestanden.

Immer wieder habe sie die falschen Namensschilder abgenommen, sobald sie gemerkt habe, dass sie nicht zu einem neuen Nachbarn gehören. „Dann klebte wieder eins am Briefkasten und einer anderen Schelle.“

Laut der Polizeilichen Kriminalprävention ist genau das die Vorgehensweise der Betrüger. „Manchmal nutzen sie die urlaubsbedingte Abwesenheit der tatsächlichen Bewohner, oder sie bringen einen fremden Namen an einem leeren Briefkasten an“, heißt es auf der Homepage.

Einige Häuser an der Straße Fine Frau sollen von versuchtem Bestellbetrug betroffen sein.

Einige Häuser an der Straße Fine Frau sollen von versuchtem Bestellbetrug betroffen sein. © Carolin West

Doch all das sind nur Vorbereitungsarbeiten. Denn die Betrüger bestellen anschließend Ware auf Rechnung, oft für mehrere Tausend Euro, und lassen diese an die ausgewählte Adresse liefern.

„Da an der Empfangsadresse niemand anzutreffen ist, geben die Paketzusteller die Pakete dann meistens bei einem Ersatzempfänger ab“, so die Polizei. Ahnungslose Nachbarn nehmen die Päckchen entgegen.

Für Nachbarn kann es teuer werden, ein Paket anzunehmen

„Zum Glück hat bei uns niemand das Paket entgegen genommen“, erzählt die Fine Frau-Anwohnerin. Denn laut Polizei könnte das für nette Nachbarn ganz schön teuer werden.

„Wird die Rechnung nicht beglichen, weil unter falschem Namen bestellt wurde, muss der Ersatzempfänger die Ware im Zweifelsfall bezahlen, weil er der letzte bekannte Empfänger des Pakets ist.“

Manche Bestellbetrüger passen auch Paketboten ab, die oder deren Unternehmen bei einer Paket-Herausgabe oder Ausweis-Überprüfung zur Verantwortung gezogen werden könnten.

Polizei rät: Ausweis zeigen lassen

Eine Ausweis-Überprüfung sei deshalb unbedingt ratsam, so die Polizei. Nachbarn sollten keine Pakete von Personen entgegennehmen, die sie nicht kennen. „Und wir bitten dringend darum, versuchten oder gelungenen Bestellbetrug anzuzeigen“, sagt Cornelia Weigandt.

Zudem sollen Anwohner umgehend die 110 anrufen, wenn sie mutmaßliche Bestellbetrüger beim Bekleben der Klingelschilder beobachten.

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